Verfasst von: irenejonda | 16. April 2011

Eine Schönheitskur für Abu Dhabi

Pupils from Al Manhal Private School in Abu Dhabi paint over graffiti near their school on Wednesday as part of the Asematy community-improvement programme.

Photo: Andrew Henderson / for „The National, 16.04.2011

SchülerInnen der „Al Manhal Private School“ in Abu Dhabi machten sich kürzlich daran, die Graffiti in der nähe ihrer Schule zu überstreichen – dies war ein Teil des aufwändigen Programms zur „Nachbarschafts-verschönerung“. Bezeichnend die Identifikation der ausländischen Schüler mit dem Emirat Abu Dhabi: „Wir kümmern uns um unser Land und unsere Stadt indem wir sie sauber halten und wir fangen an unserer Schule an“, sagte ein palestinensischer Schüler aus der 10. Klasse. Das ist nur ein kleiner Teil der umfassenden Initiative zur Verbesserung des gemeinschaftlichen Lebens. Hunderte von SchülerInnen, quer aus allen Schulen Abu Dhabis pflanzen Bäume, beseitigen Vandalismus-Schäden und befreien die Umgebung von herum liegendem Müll. „Asematy“ -so heißt die Initiative- will Anwohner dazu ermuntern Verantwortung für ihre Nachbarschaft zu übernehmen und damit die Kommunalverwaltung zu entlasten. Der Direktor des „community service“ für die Stadt Abu Dhabi ist überzeugt davon, dass solche Aktionen die Schüler dazu bewegen, ihre Gewohnheiten zu ändern und sich um die Stadt zu kümmern in der sie leben. Dabei ist es unwesentlich, wer ein Expatriate und wer Einheimischer ist. Es geht darum, dass alle, die hier leben sich für ihre Stadt verantwortlich fühlen.

Die Komunalverwaltung will schlechtes Benehmen eliminieren; „es würde nicht helfen, die Graffiti einfach zu beseitigen oder mit den Eltern zu sprechen“, sagt ein Verantwortlicher. Man muss zu den Wurzeln dieses Verhaltens vorstossen. Die SchülerInnen, die an solchen „Saubermach-aktionen“ beteiligt sind, werden die „message“ gewiss in ihre Familien tragen und ihren Freunden mitteilen. Stück für Stück lernen sie Verantwortung zu übernehmen und sich angemessen zu verhalten. Die nächste Phase der Nachbarschaft-Aktion wird andere Probleme fokussieren, wie: wuchernde Bäume, beschädigte Gehwege, Straßenschilder und Gebäude.

Die SchülerInnen sind jedenfalls höchst motiviert an solchen Aktionen teilzunehmen, denn sie „leben in dieser Stadt und wollen Verantwortung übernehmen“.

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Lehrer der weiterführenden Schule Al Mawaheb Model School in Abu Dhabi, einer französischen Initiative, lehren ihre Schüler, dass Algebra und Geometrie nicht nur nüchterne Formeln sind, sondern wie Verse eines Gedichtes…

Die Programme, die vor drei Jahren gestartet wurden, um die Fähigkeiten  der Schüler in den Naturwissenschaften, in Mathematik und in Englisch zu verbessern beinhalten fortschrittliche Konzepte die mit Hilfe von Musik und Theater den Schülern weitere Bildung erschließen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde im Jahr 2008 zwischen dem französischen Bildungsministerium und dem Abu Dhabi Education Council (ADEC) getroffen. Lehrer des Lycee Louis Le Grand (LLG) in Paris haben die Schuljahre 10, 11 und 12 übernommen und führten das französische Curriculum ein. Das Ziel war, die SchülerInnen auf die Universität vorzubereiten, ohne dass sie Förderkurse für weitere zwei Jahre brauchen würden.

„Vor diesem Programm, haben wir nur auswendig gelernt und haben unser Wissen in Klausuren abgerufen“, sagte Shamma al Hameeri, eine Schülerin der 12. Klasse in Al Mawaheb, bei einem Besuch von ADEC Vertretern und Vertretern der französischen Botschaft, vor einigen Tagen. „Früher hätte die Lehrerin ein Experiment gemacht und wir hätten einfach nur da gesessen und hätten zugeschaut. Am Anfang war es schwer, denn wir haben alles in Englisch gelernt und haben unsere eigenen Experimente gemacht. Aber es war eine gute Vorbereitung fürs Studium.“ Shamma al Hameeri hat nun entschieden, dass sie ein Ingenieursstudium aufnehmen wird. In diesem Jahr verlassen die ersten 38 SchülerInnen die Al Mawaheb Model School in Abu Dhabi und werden sowohl ein französisches als auch ein emiratisches Diploma erhalten.

Das französische Curriculum scheint ein voller Erfolg, denn sogar der ADEC Direktor stellt fest, dass die SchülerInnen nicht mehr nur auswendig, sondern interaktiv lernen. Auch haben sie sich Fähigkeiten im kritischen Denken erarbeitet, ihr Englisch ist viel besser geworden und es ist eine stärkere Kooperation unter ihnen festzustellen.

Gerne möchte man, dass ausländische Pädagogen ihre Unterrichtsmethoden immer stärker ihren emiratischen KollegInnen vermitteln.

 

Dieser Beitrag ist an einen Artikel von Afshan Ahmed für die Tageszeitung „The National“ angelehnt.

Verfasst von: irenejonda | 2. April 2011

Die Ungleichheit der Geschlechter

„Geschlechterungleichheit ist das wichtigste Hindernis für menschliche Entwicklung in der arabischen Region“ sagte neulich Najla Al Awadi, ein ehemaliges Parlamentsmitglied auf einer Konferenz zum 100. Internationalen Tag der Frau vor Studentinnen des Dubaier Women’s College. Sie bezog sich dabei auf den Entwicklungsbericht der Vereinten Nationen.

Frau Najla ist der Meinung, dass jede Frau die wichtige Rolle hat, andere Frauen zu unterstützen. Sie ermutigte die jungen Frauen social media Aktivistinnen zu werden und Gedanken zu verbreiten, die die Entwicklung der Emirate sowie die Geschlechtergerechtigkeit in der Welt fördern. Die arabischen Staaten haben eine der höchsten Analphabetinnen Raten der Welt. Mangel an Bildung und Geschlechter Diskriminierung, kombiniert mit einer niedrigen Prozentzahl arbeitender Frauen (33 %) machen einen Teil der Probleme in den arabischen Ländern aus. Die Zahl der arbeitenden Frauen ist die niedrigste in der ganzen Welt. Die hohe Analaphabethenrate unter Frauen führt zu ungesunder Lebensweise, die die Zahl der Erkrankungen, sowie die Zahl der Sterbefälle im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt unmittelbar beeinflusst.
Auch die Beteiligung der Frauen an Politik ist marginal; lediglich 10% der Frauen führen politische Ämter aus, dass ist die niedrigste Beteiligung weltweit und niedriger als der Durchschnitt jeder anderen Region, der bei 18% liegt. Najla sagt, dass „Studien belegen, dass die Beteiligung arabischer Frauen an politischen Prozessen nicht ihrer ökonomischen Kraft entspricht, wie z.B. in den Golfstaaten. Damit sind auch die Emirate gemeint, wo der Reichtum der Frauen $ 350 Billionen beträgt. Selbst hier verfügen die Frauen jedoch nicht über die selbe Stimme wie ihre männlichen counterparts.
Unabhängig aller Gesetzgebung, die gleichen Lohn für gleiche Arbeit garantiert, verdienen Frauen in der Region immernoch weniger als Männer. Diese Lücke zwischen den Verdiensten von Männern und Frauen beträgt etwa 54% – 90% in einigen Ländern der arabischen Welt. Es ist ein wichtiger Prozess, diesem Trend entgegenzuwirken…
Verfasst von: irenejonda | 29. März 2011

Was Kinder von Büchern erwarten

Die einheimischen Autoren in den Emiraten sollten dazu ermutigt werden, Geschichten zu schreiben, die die Kultur der VAE reflektieren. Kinder brauchen Bücher, die ihre Werte stärken. Ein Kind muss fühlen, dass es seine eigene Geschichte ist, meint ein emiratischer Autor. Selbst wenn Kinder die Geschichten nicht selbst schreiben, sollten sie dennoch einen Bezug zu den Charakteren und den in den Geschichten vermittelten kulturellen Werten haben. Das Thema wurde bei einer Podiumsdisussion im Rahmen der Buchmesse, die vom 15.-20. März in Abu Dhabi statt gefunden hat, erörtert. Die Diskussionsrunde wurde vom Goethe Institut – Golf Region organisiert, um den kreativen Prozess zu erforschen, der bei der Erstellung von Kinderliteratur notwendig ist. Die Diskussionsteilnehmer stellten fest, dass die Mehrzahl aller Bücher die in lokalen Büchereien zu bekommen sind, aus anderen Sprachen und Kulturen übersetzt sind. Autoren von Kinderliteratur sollten mehr mit Kindern interagieren, um besser zu erfahren, was sie für die Kinder schreiben sollten und wie sie sie (besser) ansprechen sollten. Eine emiratische Autorin sagte, dass „die Geschichten ihr zufliegen, wenn sie mit ihren eigenen Kindern spielt“. Erwachsene sollten sich viel mehr an Kinderaktivitäten beteiligen. Selbst bei einem Fussballspiel können sie Ideen von den Kindern bekommen.
Ute Krause, eine deutsche Autorin, die auch im Podium saß sagte, dass einer der Gründe warum Kinder vom Lesen abgehalten werden ist, dass die Bücher oft wie Belehrungen wirken und weniger der Unterhaltung dienen. „Viele Geschichten haben eine Moral“, sagte Frau Krause. In Deutschland stellte man fest, dass solche Geschichten nicht gelesen werden. Die Kinder haben ein „feines Gespür für Moral“; wir können ihnen die gleichen Geschichten weniger moralisierend erzählen. Dies würde darüber entscheiden, wie Kinder die Geschichten annehmen und sich mit ihnen identifizieren.

Dieser Beitrag ist angelehnt an einen Artikel von Hassan Hassan für die National.

Verfasst von: irenejonda | 26. März 2011

Frauen auf dem Vormarsch…..

…heißt ein Artikel in The European Circle. Da geht es um Bildung und Gleichstellung im Nahen Osten. Darin heißt es: besonders die „Herrscher der Emirate Dubai und Abu Dhabi haben es sich zur Aufgabe gemacht, qualitativ hochwertige Schulsysteme in den VAE aufzubauen und weiterzuentwickeln. Dabei steht vor allem die Förderung beider Geschlechter im Vordergrund.“

Nahezu alle Bildungsmöglichkeiten, sowohl in privaten als auch staatlichen Bildungseinrichtungen stehen emiratischen Frauen und Männern gleichermaßen zur Verfügung. Sie können sowohl den naturwissenschaftlichen, den sprachlichen als auch technischen Schwerpunkt wählen und haben zudem immer auch die Möglichkeit, Praktika im Ausland (z.B. Korea, Kanada, Taiwan oder Deutschland) zu absolvieren. Verschiedene Abschlüsse ermöglichen ein späteres internationales Studium. Die vielen Perspektiven, sowie die Chance, technologische Studienrichtungen in den VAE zu wählen, ermöglicht es vor allem auch Frauen in innovative Unternehmen einzusteigen. Gerade die Frauen haben bei den Universitätsabschlüssen die Nase vorn und ganze 70% von ihnen beenden ihre Berufslaufbahn mit einem Hochschulabschluss; nur 5% der Frauen in den VAE erreichen keinen Abschluss. Vergleicht man es mit Deutschland, so muss man feststellen, dass 9-10% der Frauen vorzeitig die Schule abbrechen und dies, obwohl Deutschland eine viel längere Bildungstradition hat als die Emirate…

Der Artikel scheint mir sehr wohlwollend geschrieben, denn nicht immer finden die gut ausgebildeten emiratischen Frauen den Weg in den Arbeitsmarkt. Vielfältige kulturell und religiös motivierte Verhaltensvorschriften, verwehren ihnen den Zugang zu bestimmten Bereichen wie hier in Bezug auf Koedukation und hier in Bezug auf Firmengründung bereits berichtet wurde.

Verfasst von: irenejonda | 20. März 2011

Bildung und Jugend in der Golfregion

Junge Menschen in den GCC Staaten (Gulf Cooperation Council) sind davon überzeugt, dass Bildung wichtig für ihre Zunkunft ist, schreibt Francis Matthew in einem Artikel für die Gulf news. Das steht im großen Kontrast zu den Überzeugungen Jugendlicher aus arabischen Staaten, die nicht zu den GCC Ländern gehören. Während 63% aller jungen Menschen in den GCC Staaten an sekundärer und tertiärer Bildung partizipieren wollen, sind es nur 14% unter den Jugendlichen in Nicht-GCC Staaten. In den UAE zeigt sich sogar eine stolze Zahl von 90%, die sich (weiter-)bilden wollen. Die gleiche hohe Differenz besteht zwischen den GCC und Nicht-GCC Staaten auch in Bezug auf Firmengründungen. Während in den GCC Staaten (wozu Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman gehören) ganze 62% aller jungen Menschen gern eine eigene Firma eröffnen würden, sind es in anderen arabischen Ländern (Nicht-GCC Staaten) gerade mal 32%. Diese Zahlen sind der 3. Arabischen Jugendstudie entnommen und sollten alarmieren, denn: Bildung ist ein Schlüssel zum Erfolg auf dem globalen Parkett und wenn die junge Generation nicht an Bildung interessiert ist, stellt es für die Regierungen der Länder eine enorme Herausforderung dar. Für die GCC Regierungen sind die Zahlen natürlich ermutigend, zeigen sie doch dass „ihre“ Jugend den Stellenwert von Bildung erkannt hat. Doch es gibt noch andere Zahlen, die die Jugendstudie enthüllt: sorgen tut sich die arabische Jugend vor allem um die steigenden Lebenshaltungskosten (48%), die hohe Arbeitslosigkeit (34%), weniger jedoch wegen der Menschenrechtssituation (26%) und noch weniger wegen der klaffenden Lücke zwischen Arm und Reich (nur 20%).
Eine hohe Zahl junger Araber aus den verschiedenen Ländern quer durch alle arabischen Länder hinweg findet traditionelle Werte extrem wichtig. Ein Durchschnitt von 82% (82% in den GCC Staaten und 83% in den Nicht-GCC Staaten) ist davon überzeugt, dass traditionelle Werte für nachfolgende Generationen erhalten werden müssen. Das ist wichtig zu wissen, denn trotz der verschiedenen Einflüsse und der Bereitschaft eine Rolle in der globalen Ökonomie zu spielen, wollen Araber keine Amerikaner oder Inder werden, sondern sind stolz auf ihre nationale Identität.
The 3rd Arab Youth Survey ist hier zu finden.
Verfasst von: irenejonda | 12. März 2011

Lesekompetenz arabischer Kinder

Die Lesekompetenz arabischer Kinder in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist bedenklich. Ja, sie verschlechtert sich sogar, wegen der zunehmenden Abhängigkeit von Technologien und dem Mangel an Lesestoff in den Elternhäusern, sagen Bildungsexperten. Heute schreiben Melanie Swan und Afshan Ahmed in der Tageszeitung „The National“ dass viele Lehrer in staatlichen Schulen in den Emiraten Schwierigkeiten haben, ihre SchülerInnen zum Lesen zu bewegen. Die Entschuldigung lautet immer, sie hätten keine Zeit zum Lesen, sagt Asma Humaidan, eine Englisch Lehrerin aus Ras al Khaimah, einem der nördlichen Emirate. Von 60 Kindern liest vielleicht eines „zum Vergnügen“. Im Jahr 2007 zeigten die „Trends in International Mathematics and Science Study“ (TIMSS), dass 44% aller Dubaier SchülerInnen weniger als 25 Bücher in ihren Elternhäusern hatten und nur 12% mehr als 100 besaßen.

Eine UN Studie im Jahr 2008 fand heraus, dass ein durchschittliches arabisches Kind im Mittleren Osten ganze 4 Seiten an Literatur im Jahr liest. Amerikaner lesen im Durchschnitt 11 Bücher im Jahr und die Briten etwa 8. (Wie viele Bücher lesen wohl die deutschen Kinder im Schnitt?) In der PISA Studie (Programme for International Student Assessment) erreichte Dubai im Dezember 2010 den 42. Platz unter 65 teilnehmenden Nationen in Bezug auf Lesekompetenz. In der Endbewertung hieß es, ein Drittel aller Dubaier SchülerInnen erreicht nicht das Minimum an Lesefähigkeit und das ist wirklich beängstigend. Die Kinder verbringen ihre Zeit lieber mit social networking oder dem Spiel von Computerspielen. Herr Saleh, Lehrer einer Dubaier Schule fasst zusammen, dass Schüler aufgrund der neuen Technologien das Interesse am Lesen verloren haben – sie surfen lieber als dass sie lesen. „Das ist für sie interessanter und interaktiver als einige Seiten die mit Wörtern vollgeschrieben sind“. Auch fördert ein typisches Elternhaus nicht unbedingt eine Kultur des Lesens: „die meisten Eltern lesen ihren Kindern nicht vor und ermuntern sie auch nicht zum Lesen. Das Interesse an Büchern muss ja bereits in der frühen Kindheit geweckt werden….

Es stellt für arabische Jugendliche eine enorme Herausforderung dar, die Schule zu verlassen und aufs College oder in die Universität zu gehen, wo meistens alle Fächer in Englisch gelehrt werden, sagt Mr. Sedki, der den „Sheikh Zayed Bücherpreis“ gewonnen hat. Die Schüler haben bis dahin außer den Texten in ihren Schulbüchern kaum etwas gelesen und nun müssen sie nicht nur arabische sondern vor allem englische Texte lesen und verstehen. An vielen Colleges müssen etwa 90% der Studierenden Förderunterricht in Englisch nehmen um den level einer Universität zu erreichen. Es ist und bleibt ein schwieriger Weg….

Allerdings frage ich mich gerade, wie social networking ohne Lesekompetenz funktioniert, auch facebook Einträge oder SMS müssen ja gelesen werden. Ganz so pessimistisch würde ich die Sache dann also doch nicht sehen….

Verfasst von: irenejonda | 5. März 2011

Englisch hat seinen Preis

Universitäten, Schulen und das Bildungsministerium fordern, dass Englisch die alleinige Unterrichtssprache in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist, aber Experten warnen vor den Gefahren, die diese Forderung für Arabisch sprechende Menschen in sich birgt. Die Frage lautet also: Zu welchem Preis ist die Professionalität in Englisch erreichbar? Eine Studie, die unlängst von der American University of Sharjah (AUS) und der United Arab Emirates University in Al Ain durchgeführt wurde zeigt, dass Englisch als Unterrichtssprache eine Bedrohung der Arabischen Sprache und der Identität arabischer Studierenden darstellt. Dr. Khawlah Ahmad, von der Englisch-Fakultät an der AUS beschreibt die Herausforderungen eines Englisch-Unterrichts von der ersten Klasse bis zum tertiären Level in etwa so: „die Sprache stellt viele Studierende vor eine große Herausforderung, denn die offizielle Sprache in allen arabischen Ländern ist Arabisch. Zudem spielt hier auch die arabisch-islamische Identität eine wichtige Rolle“. Es gibt eine immer währende Debatte, die eigentlich weltweit geführt wird und die sich damit befasst, dass durch die Unterrichtssprache Englisch gleichzeitig auch die Kultur gelehrt wird, die mit dieser Sprache verbunden ist. Auch „berührt die Sprache, den Identitätsstatus einer Person, sie beeinflusst die Selbstwahrnehmung und kann zu einer negativen Selbsteinschätzung führen“, sagt Al Ghorani von der Psychologischen Fakultät an der Universität Al Ain. Junge Araber hadern mit ihrer kulturellen Identität, insbesondere in Familien, wo die Kinder und Jugendlichen bereits besser Englisch sprechen als ihre Eltern, die nach wie vor ihr Arabisch pflegen. Dies hat einen „großen Einfluss auf die Eltern-Kind-Interaktion, die Kinder und Jugendlichen spüren ihre Andersartigkeit zu ihren Eltern und dies beeinflusst die Harmonie der Beziehung“, sagt Al Ghorani.

Allerdings ist der Drang zu Englisch als Medium internationaler Kommunikation nicht nur für die Vereinigten Arabischen Emirate relevant. Mit der Globalisierung wurde der Fokus weltweit auf Englisch gelegt und Regierungen strukturieren ihre Bildungslandschaften um und verändern ihre ökonomischen sowie sozialen Stratgien um den internationalen Trends und Standards zu entsprechen. Gerade im Bildungsbereich ist es ein ständiger Wettlauf, um möglichst gut den internationalen Bestrebungen zu entsprechen und Menschen entsprechend auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Es ist nun schwierig, einerseits den Anforderungen der Länder des Arabischen Golfes in Bezug auf „Arabisierung“ gerecht zu werden, sowie das intelektuelle und künstlerische Erbe der Araber zu beleben und sich andererseits international gut aufzustellen. Diese beiden Strömungen miteinander zu vereinbaren, ist in der Tat eine große Herausforderung. Es gibt unterschiedliche Stimmen unter den derzeit Studierenden: nämlich welche, die sich schwer tun mit Englisch und die ihre Ideen nach wie vor lieber in Arabisch vortragen, aber auch solche, die es gut finden, fließend Englisch zu sprechen, denn die „in Arabisch verfügbare Literatur ist bei Weitem nicht so interessant und vielfältig wie die in Englisch vorhandene Literatur“, sagt eine Studentin. Sie findet es o.k. im Studium, in den Malls und beim Reisen, oder in Arbeitszusammenhängen in Englisch zu kommunizieren und zu Hause trotzdem noch Arabisch zu sprechen…

Verfasst von: irenejonda | 27. Februar 2011

Kontrollen erhöhen tatsächlich die Standards an den Schulen

Die Schulkontrollen haben laut der Dubaier „Knowledge and Human Development Authority“ (KHDA) tatsächlich der Verbesserung von  Standards an den Schulen den Weg geebnet.

Am Montag wurden die Ergebnisse der Kontrollen von 21 Schulen mit einem indischen Curriculum und von 3 Schulen mit einem pakistanischen Curriculum veröffentlicht. Diese Schulen wurden jetzt inspiziert, denn sie haben ein anderes akademisches Jahr, das im April beginnt. Die Ergebnisse der Inspektionen an anderen Schulen werden erst im Mai veröffentlicht. Unter den 21 indischen Schulen wurden 11 als gut eingestuft, 7 waren akzeptabel und drei haben mit einem „unbefriedigend“ abgeschlossen.

Die Ergebnisse wurden bei Eltern der SchülerInnen mit gemischten Reaktionen aufgenommen. Einige beschwerten sich über die niedrigen Löhne für LehrerInnen indischer und pakistanischer Schulen in den Emiraten; das würde sich auf die Qualität des Unterrichts niederschlagen. Die erste Priorität sollte sowieso die sein, besser qualifizierte Lehrer an den Schulen einzustellen, was jedoch schlecht möglich ist, wenn die Gehälter so niedrig sind.

Nichtsdestotrotz: es gibt genügend Beispiele guten Unterrichts, die Fortschritte der SchülerInnen sind bemerkenswert. Die Schulinspektionen helfen insgesamt den Standard anzuheben, denn die Schulen bemühen sich sehr um eine gute Beurteilung.

Verfasst von: irenejonda | 26. Februar 2011

Mobiles Blackboard

Studierende der Abu Dhabi Universität werden ab demnächst die Möglichkeit haben, sich mit Hilfe ihrer Mobiltelefone in neue Kurse einzuschreiben, ihre Noten abzufragen und an Diskussionen teilzunehmen. Die Universität startet ein Pilotprojekt unter dem Namen „Blackboard Mobile“. Etwa 75 Studierende werden an diesem Versuch partizipieren, bevor „Blackboard Mobile“ ab September auch an anderen emiratischen Universitäten implementiert wird. Bislang nutzen schon viele Fakultäten Blackboard, eine E-learning Plattform, wo Studierende die Möglichkeit haben, online Diskussionen zu führen, Ankündigungen zu lesen, online tests zu machen und ihre Noten abzurufen. Die Dozenten können bequem auf andere Medien verweisen, Beiträge kommentieren oder eben auch Ankündigungen versenden. „Blackboard Mobile“ ist nun die mobile Erweiterung und noch vollkommen neu für die Studierenden und Lehrenden.

Das Nutzen der blackboard Applikationen ist eine Bereicherung des Lernens. Die neuen Möglichkeiten erlauben es den Studierenden unabhängig von ihren sonstigen Rollen am Unterricht teilzunehmen, sagt eine Englisch Dozentin an der Universität Abu Dhabi. Mit „sonstigen Rollen“ meint sie z.B. den „Anführer“, den Clown, den Sprecher, den Bedenkenträger usw. „Ich lasse die Studierenden aus dem rigiden System des Klassenunterrichts ausbrechen und habe meinerseits auch mehr Möglichkeiten, den Unterricht zu gestalten“, sagt sie. Eine Studentin beschreibt die Vorteile in etwa so: „ich fühle mich in einem online Forum sicherer und kann freier sprechen, als in einer reellen Umgebung. Auch habe ich dort Zugriff auf alle Unterlagen und zusätzliche Informationen.“

Heute greifen weltweit bereits etwa 100 Universitäten auf die mobilen Applikationen der in den USA ansässigen Firma (Blackboard) zu, doch die Abu Dhabi Universität ist die erste in den GCC Staaten, die einen mobilen Zugang zu Blackboard erhält. Weitere Universitäten in den Emiraten, so die Zayed University, UAE University und die American University of Sharjah haben bereits Interesse bekundet, ebenfalls dieses Produkt zu nutzen. Sie werden die Fortschritte des derzeit anlaufenden Projektes genau beobachten. BlackBerry UAE stellt dem Projekt 40 mobile Geräte zur Verfügung und Etisalat, die staatliche Telefongesellschaft stellt kostenlose Pakete mit 5GB für das Pilotprojekt zur Verfügung.

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