Verfasst von: irenejonda | 19. Juni 2011

Emiratische Arbeitssuchende fühlen sich in ihrem eigenen Land ausgeschlossen…

„Emiratisierung“ ist schon seit geraumer Zeit DAS Schlagwort in den Vereinigten Arabischen Emiraten überhaupt! Die Regierung versucht seit einigen Jahren verstärkt die emiratischen Nationalangehörigen in den Arbeitsmarkt zu bringen, speziell in den privaten Sektor. Wenngleich es schon einige Erfolge zu verzeichnen gibt, bleiben gerade die „frisch“ Graduierten häufig arbeitslos. Erfolglose Interviews vermitteln den Arbeitssuchenden ein Gefühl, als ob sie in ihrem eigenen Land ungewollt wären. Diejenigen Emiratis, die Arbeit haben, sind darüber erzürnt, dass ausländische Arbeitskräfte nach wie vor bestimmte Schlüsselpositionen dominieren. Mehr noch: es wird ihnen unterstellt, dass sie sich weigern, Emiratis zu trainieren, entweder weil sie vom Stereotyp der „faulen“ Einheimischen ausgehen, oder weil sie fürchten, eines Tages durch gut ausgebildete Emiratis ersetzt zu werden und ihre Jobs zu verlieren.

Die webseite „Jobs Abu Dhabi“, die von der Regierung Abu Dhabi initiiert wurde, verzeichnet momentan 27.000 arbeitssuchende Emiratis. Um emiratische Arbeitskräfte konkurrenzfähig zu machen, wird im Land viel in Bildung und Forschung investiert; 22,5% des Budgets der VAE wurde letztes Jahr in diesem Bereich investiert. Bedenkt man die Summen, die ausgegeben werden, sollten die meisten Emiratis mehr als ausreichend ausgebildet sein, um in lokalen Firmen des privaten Sektors unterkommen zu können.

Hartnäckig werden jedoch immer wieder die gleichen Probleme diskutiert. Dass Emiratis z.B. nicht wirklich im privaten Sektor arbeiten wollen und dass die Firmen nicht wirklich dazu angehalten werden, die vereinbarte Anzahl emiratischer Staatsangehöriger einzustellen. Immer wieder werden die Vorurteile aufgefrischt: Emiratis wollen lieber in staatlichen Institutionen beschäftigt sein, wegen der kürzeren Arbeitszeit, wegen der höheren Gehälter, dem sozialen Status und den besseren Karrieremöglichkeiten.

Saudi Arabien, das sich mit dem gleichen Problem konfrontiert sieht, hat kürzlich die Regelung getroffen, dass wenn eine Firma im privaten Sektor des Arbeitsmarktes nicht die vereinbarte Prozentzahl saudiarabischer Staatsangehöriger einstellt, hat sie keine Chance, die Visa für ihre ausländischen MitarbeiterInnen zu erneuern. Diese Regelung gilt derzeit lediglich im Bankensektor der Vereinigten Arabischen Emirate; deren Einhaltung wird von der Zentralbank kontrolliert.

Ein Vorschlag zur Entspannung der Situation auf dem Arbeitsmarkt ist, dass emiratischen Staatsangehörigen in privaten Firmen die gleichen Vorteile angeboten werden, wie in staatlichen Organisationen: vergleichbare Arbeitszeiten und vergleichbare Gratifikationen. Eine groß angelegte Kampagne sollte emiratischen Staatsangehörigen auch vermittteln, wie wichtig es für die Wirtschaft der VAE ist, dass der private Sektor in Zukunft stärker durch Emiratis besetzt wird.

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