Verfasst von: irenejonda | 15. Mai 2011

neues Gesetz erlaubt Teilzeitbeschäftigung

Lesley Cully works as a part-time sales assistant for Magrudy's on Beach Road in Dubai. Pawan Singh / The National
For Suhair Rehman, with her children and niece, the new rule has transformed her life because she can now work from home. Jeff Topping / The National

Photos: Pawan Singh für „The National“

Eine wachsende Zahl von Menschen -meist sind es wohl eher Frauen- nehmen die Vorteile einer Teilzeitbeschäftigung in den Emiraten wahr. Das neue Gesetz, das diese Form der Beschäftigung regelt, wurde im Januar 2011 erlassen. Für viele ist es eine Möglichkeit, ihre Karriere zu verfolgen, ohne die Familie und die damit verbundenen Verpflichtungen vernachlässigen zu müssen, wie Alice Haine in diesem Artikel berichtet. Da ist z.B. eine Britin, die durch das neue Gesetz die Möglichkeit erhielt, nach einer Karriere-Pause zurück in ihren Lieblingsjob zu kehren, und ihrer Leidenschaft für Bücher zu folgen. Sie arbeitet ab sofort in der Magrudy Buchhandlung und kann sich trotzdem noch ihren beiden Töchtern (3 und 6 Jahre alt) widmen.

Doch nicht nur Frauen profitieren von der neuen Regelung. Auch Vollzeitbeschäftigte können neben ihrem Job einer weiteren bezahlten Tätigkeit nachgehen; auch die 15-18 Jährigen sowie Studenten können gelegentliche Jobs annehmen. Die Absicht der neuen Gesetzgebung ist, mehr Menschen auf dem Arbeitsmarkt zuzulassen und die Firmen dazu zu ermuntern auf das bereits im Land vorhandene Potenzial zurückzugreifen, anstatt neue Arbeitskräfte aus dem Ausland zu rekrutieren, was mit einem enormen Aufwand verbunden ist. Das neue Gesetz bietet die Sicherheit, dass wenn man einer Halbtagstätigkeit nachgeht, man sich nicht -wie bisher- strafbar macht, wenn man dies ohne die Erlaubnis des Sponsors tut. Bislang war es notwendig den sogenannten „letter of no objection“ vorzulegen, wenn man einen Teilzeitjob haben wollte. Auch eine weitere Beschäftigung neben einem Vollzeitjob ist nicht mehr strafbar, wie bisher. Denn auch hier braucht der Arbeitnehmer nicht mehr die ausdrückliche Erlaubnis seines (Haupt-)Arbeitgebers vorzulegen, um einer weiteren Beschäftigung nachgehen zu können.

Für Suhair Rehman, 26 J. (hier auf dem unteren Photo zu sehen) hat die neue Regelung eine große Wende in ihrem Leben gebracht. Ab sofort kann sie für eine Digital-solutions Firma als „Social Media Strategin“ von Zuhause aus arbeiten. Dies ermöglicht ihr, sich nach wie vor um ihren 5-jährigen Sohn und ihre 3-jährige Tochter zu kümmern und gleichzeitig ihre berufliche Karriere zu starten.

Es ist nicht nur eine vorteilhafte Situation für die Teilzeitbeschäftigten, auch für die Arbeitgeber bringt die neue Regelung Vorteile. Sie sind natürlich froh, in der Hochsaison mehr Arbeitskräfte beschäftigen zu dürfen und auf eine Menge talentierter Kräfte zugreifen zu können, die bereits im Land sind.

Die Teilzeitbeschäftigung, die in Europa und sicher auch in vielen anderen Ländern erfolgreich und seit langer Zeit praktiziert wird, ist für die Vereinigten Arabischen Emirate eine echte Innovation auf dem strikt organisierten Arbeitsmarkt. Die momentane Entwicklung zeigt auch, wie sehr sich der Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt hat. Historisch gesehen, kamen Ausländer nur in die VAE, um zu arbeiten. Sie wurden von ihrem Arbeitgeber gesponsert und er war dafür verantwortlich sie sowohl zu rekrutieren, als auch am Ende des Arbeitsvertrages außer Landes zu bringen.  Jetzt haben sich die Bedingungen verändert. Menschen kommen ins Land um sich nieder zu lassen, sie können in Immobilien investieren und die neuen politischen Regelungen „heißen sie willkommen“. Das ist ein Signal für die Welt. Die VAE hat nun einen entwickelten Arbeitsmarkt, dies steht im Gegensatz zur früheren Reglementierung.

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Responses

  1. Hallo Irene,
    ich kann es kaum glauben, dass in den Emiraten eine Teilzeitbeschäftigung bis vor kurzem unter Strafe stand. Es erinnert mich, dass wir hier in Deutschland so vieles selbstverständlich nehmen, immer nur meckern. Ich bin geplättet.

  2. Hallo Martin,

    danke für Deinen Kommentar. Er hat mir die Möglichkeit gegeben meinen Artikel nachzubessern. Denn die Teilzeitbeschäftigung war in der Tat strafbar aber nur, wenn man sie ohne die Erlaubnis des eigenen Sponsors haben wollte. Bislang war es notwendig, den sogenannten „letter of no objection“ vorzulegen, d.h. der Ehemann musste unterschreiben, dass er keine Einwände hat, dass seine Frau einer Teilzeitbeschäftigung nachgeht. Ganz große klasse, nicht wahr? Auch bei einer Beschäftigung neben einem Vollzeitjob brauchte man bisher die ausdrückliche Erlaubnis des (Haupt-)Arbeitgebers, den sog. „letter of no objection“. Diese Erlaubnis wurde meistens nicht erteilt, denn welcher Arbeitgeber will schon dass sein Arbeitnehmer sich woanders verausgabt…
    Bezogen auf den ersten Teil meiner Ausführungen verstehe ich das neue Gesetz als einen entscheidenden Beitrag zur Emanzipation der Frau.

    Beste Grüße – Irene


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