Verfasst von: irenejonda | 2. November 2010

Ein weiter Weg zur Koedukation

Die 1990-er Jahre sind vorbei und die Emirate sind meilenweit von ihnen entfernt. Was sich damals noch im „grauen Bereich“ bewegte, gehört heute zu den selbstverständlichen Dingen des Lebens, wie z.B. die Tatsache dass eine Frau die Universität besucht. Natürlich tut sie das und erreicht in vielen Fällen bessere und höhere Abschlüsse als ihr männliches Pendant.

 

Bildmaterial: Pep Montserrat for The National.

Unlängst schrieb ich hier über die einschneidenden Veränderungen an der Zayed Universität. Aus einer reinen Frauen-Universität entwickelt sich die Zayed University nun allmählich zu einer koedukativen Institution. Männer sind also willkommen. Zwar finden die Veranstaltungen immer noch getrennt statt, aber durch die bloße Anwesenheit des anderen Geschlechts hofft man auf weitere Entwicklung der koedukativen Idee. Doch es gibt durchaus auch Stimmen, die sich dieser Idee verschließen. So gibt es z.B Studentinnen, die froh sind, ihr Studium abgeschlossen zu haben, bevor die einschneidenden Veränderungen vollzogen wurden. Denn unter den heutigen Bedingungen hätte so manche Frau nie ein Studium an der Zayed Universität aufgenommen. Zwar sind die Campi getrennt, doch es gibt auch Räume, die gemeinsam genutzt werden. So z.B. die Bibliothek – obschon für Frauen und Männer jeweils unterschiedliche Öffnungszeiten gelten. „Zwei Bibliotheken zu betreiben mag zwar überflüssig oder verschwenderisch erscheinen“, doch genau dies würde den Ansprüchen muslimischer Studentenschaft genügen und „ist schlicht und einfach notwendig“, sagt eine ehemalige Studentin. Die Präsenz männlicher Studenten ist auf dem Zayed Campus nicht neu – Masterstudenten hielten sich dort bereits seit 2004 auf, wenn es auch keinen Kontakt zwischen den Geschlechtern gab. Jetzt ist es Männern plötzlich erlaubt, sich zu Studienzwecken auf dem Frauencampus aufzuhalten – „diese Vorstellung erschien mir zunächst unglaublich, als ich davon erfuhr!“, so die Aussage einer Studentin. Leider gibt es keine Alternative, es sei denn „ich schreibe mich für eines der Fern-Lern-Programme ein“, sagt sie. „Den Master über’s Internet zu studieren – was mich allerdings nicht vollständig überzeugt – wäre eine gute Möglichkeit um der Instabilität der Präsenzuni zu entkommen“. Die zitierten Aussagen sind wohl keine Einzelmeinung. Von den 2000 Plätzen, die in diesem Jahr studierwilligen Frauen angeboten wurden, wurden 20% in Abu Dhabi und sogar 25% in Dubai nicht in Anspruch genommen.

Ich beziehe mich zum Teil auf einen Artikel in „The National“: When universities go coed many women stay away

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