Verfasst von: irenejonda | 28. Juni 2010

Unterstützung für mittellose Studenten

Die Segmentation des Bildungsmarktes in den VAE bedeutet, dass die emiratische Bevölkerung von den kostenlosen Angeboten des Staates im Bildungsbereich profitiert, die Kinder der Migranten aber an diesen Angeboten kaum teil haben. Sie besuchen private Schulen, die zum Teil kostspielig oder überfüllt sind, wie in diesem Artikel bereits berichtet. Vom Studium ganz zu schweigen. 94,6% aller Studierenden waren 2007 laut dem UAE Human Resources Report emiratischer Herkunft; nur 1.774 Nicht-Einheimische waren an Institutionen der höheren Bildung in allen 7 Emiraten eingeschrieben. Dieser Notstand für Expatriates-Angehörige soll sich nun ändern, es gibt ab sofort finanzielle Unterstützung für Studierende aus einkommensschwachen Familien – eine Investition von 22 Millionen Dirham (~ 4.8 Millionen €), die ab diesem Jahr eingesetzt wird. Das Geld wird vom Zakat Fund zur Verfügung gestellt, einer gemeinnützigen Organisation, die Spenden von Firmen und Privatpersonen verwaltet und „soziale Entwicklungen“ in den VAE fördert und unterstützt. Diese Hilfe unterstützt eines der Hauptziele des strategischen Plans von ADEC: alle sollen das Recht auf Bildung haben, unabhängig von Nationalität, Hautfarbe oder Rasse. Überdies unterstützt der Zakat Fund mit 12 Millionen etwa 2.000 SchülerInnen über alle Klassenstufen hinweg. Für 384 SchülerInnen werden z.B.  in der Stadt Al Ain die Schulkosten übernommen. Diese belaufen sich bei Schülern aus Familien mit niedrigem Einkommen auf etwa 6.000,-  Dirham pro Kind und Jahr, das entspricht etwa € 1.320,-. Viele Migranten Familien können diese Summen nicht aufbringen…

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Responses

  1. Schon interessant, wie viele bildungspolitische Probleme doch globale Probleme sind. Die klaren Zahlen machen deutlich, wie „einfach“ man Kindern und Jugendlichen helfen kann, eine Zukunft aufzubauen, die sie selbst gestalten können.

    • Hm, Bea. Vielleicht einfach, aber das Geld muss immerhin da sein. Viele Migranten können es sich kaum leisten, ihre Familien hierher zu holen. Sie bleiben meistens in den Heimatländern und bekommen regelmäßig Geld überwiesen, um sich über Wasser zu halten. Die Rücküberweisungen in die Herkunftsländer der Migranten sind enorm. Und viele Kinder der Migranten besuchen eben in ihren Heimatländern Schulen, denn hier ist es für sie oft unerschwinglich einen Abschluss zu machen.

      Gruß – Irene

      • Also, einfach bezog sich auf die klare Aussage zur Unterstützung einer mittelosen Familie, um einem Kind einen Schulaufenthalt zu ermöglichen. Das dieses Geld deswegen nicht vom Himmel fällt ist auch klar. Aber bzgl. von möglichen Spenden, kann man zeigen, dass ein kleiner Beitrag einigen Kindern helfen kann. Weiß aber nicht, wie die Spendenfreudigkeit in UAE aussieht und vor allem, wenn es sich um Migranten dreht.
        Der Aspekt, dass Eltern ihre Kinder wieder zurück in die heimat schicken müssen, ist wirklich hart. Trägt wirklich kein Stück zur Integration bei. Aber soweit ich das in Erinnerung habe sind die Renten- und Versorgungssysteme in den arabischen Staaten auch nicht darauf angelegt Migranten zu integrieren. Also, würde das Argument „Da geht euch Potential verloren“ wahrscheinlich nicht ziehen.

  2. ach so…ja 🙂 einen schönen gruß aus münchen

  3. Hi Bea,

    ja, da hast Du Recht. Die Statistik sagt, dass ein durchschnittlicher Migrant 1-4 Jahre im Land verbleibt und wenn er seine finanziellen Ziele erreicht hat, kehrt er in sein Heimatland zurück. Nein, die VAE sind wirklich nicht an Integration interessiert. Kein Job, kein Visum. Man will die Leute auch nicht halten, fortbilden oder weiter qualifizieren. Es gibt ja so viele, die auf den Arbeitsmarkt drängen, da holt man sich einfach die vermeintlich „besser“ qualifizierten und schickt die anderen heim. Das ist dem System nicht unbedingt dienlich, wie Du Dir vorstellen kannst. Seit einigen Jahren wird auch mit aller Energie die sog. Emiratisierungskampagne betrieben, d.h. vor allem im privaten Sektor des Arbeitsmarktes versucht man Emiratis in Arbeit zu bringen und Migranten langfristig zu ersetzen. Ich habe meine Bachelorarbeit zum segmentierten Bildungssystem und Arbeitsmarkt geschrieben. Eine hochspannende Angelegenheit…

    Beste Grüße – Irene


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