Verfasst von: irenejonda | 15. Juni 2010

meet the First Lady of steel

als ich heute diesen Artikel von Zoi Constantine in der Zeitung las, meinte ein Bekannter, der gerade in der Nähe war und schon zu den alteingesessenen Migranten der VAE zählt, ich solle ja nicht alles glauben, was da steht. Das würde nur für uns geschrieben werden, damit wir an die Veränderungen glauben, die sich im Land gerade vollziehen. Ja. Wir glauben gerne an alle Anzeichen, die in Richtung Transformation hindeuten. Es soll also die erste Emirati geben, die in der Stahlindustrie zu arbeiten begonnen hat und sehr stolz darauf ist. Sie ist die „First Lady of steel“, 24 Jahre alt und eine kürzlich graduierte Chemie-Ingenieurin. Bekleidet mit einem „Blaumann“, an den Füßen Arbeitsschuhe, auf dem Kopf ein Helm, steht sie ihre Frau in einem Stahl-Werk. Sie ist die erste weibliche Person, die in den Emiraten diesen Beruf ausübt, vielleicht ist sie sogar die erste Frau in dieser Branche in der gesamten Region.

Photo: Lauren Lancaster for „The National“

Während die meisten arbeitenden jungen Frauen ihre Tage in Büros verbringen, schuftet Frau al Hammadi unter schweißtreibenden Bedingungen und setzt sich potenziellen Gefahren aus. Dennoch kann sie es sich kaum vorstellen, woanders zu sein. Sie findet den Job toll und mochte ihn von Anfang an; hier begegnet ihr Innovation und es ist mehr Kreativität und Initiative gefragt als in jedem anderen Job. Ihr Ehemann und ihre Familie unterstützen sie bei ihren unorthodoxen Karriereplänen. Nur manchmal hört sie Kommentare, dass eine Frau eine solche Arbeit lieber nicht tun sollte. Mit ihren Kollegen arbeitet sie gut im Team zusammen und fühlt sich akzeptiert. Frau Hammadi würde gern mehr Frauen im Werk sehen wollen – die Firma hat mehr als 1000 Beschäftigte, etwa ein Viertel davon sind Emiratis. Als Frau ist sie jedoch noch eine richtige Rarität, auch wenn es in anderen -prominenteren- Bereichen der Firma durchaus einige Frauen gibt.

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Responses

  1. Respekt! Falls dein Bekannter nicht Recht und diese Geschichte so stimmt gehört dieser Frau ja schon fast ein Orden verliehen. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie schwer das sein muss – tagein, tagaus – immer wieder mit Vorurteilen belastet zur Arbeit zu gehen. Ich frage mich, was ihre männlichen Kollegen davon halten. In Deutschland gibt es ja auch immer noch Betriebe in denen partout keine Frauen eingestellt werden – manchmal liegt es dann nur daran, dass der Betrieb keine Toilette für Frauen hat und auch keine einbauen möchte. Was für eine Welt!

    • Hallo Anna Cristin, die Toilette hatte ich schon immer als faule Ausrede im Verdacht, warum manche Betriebe keine Frauen einstellen (wollen). So ein Quatsch, nicht wahr? Das kann doch nicht wahr sein und als Grund einfach nicht akzeptabel! Ja, ich denke hier und dort gibt es immer noch viel „Entwicklungspotenzial“ und manchmal eben auch kleine Lichter am Horizont. Zum Glück!

  2. Hallo Irene, ich finde Deinen Artikel wirklich sehr interessant und freue mich jedesmal, wenn Frauen Ihren Weg gehen und sich nicht beirren lassen. Das wichtigste ist doch erst mal, dass Frau al Hammadi von Ihrer Familie unterstützt wird, die Gesellschaft wird früher oder später nachziehen, zumal Frauen auch als Wirtschaftsfaktor dringend gebraucht werden. Die Welt braucht mehr Frauen wie Frau al Hammadi!!!

    • Hallo Elif, danke für Deinen Kommentar. Ich gebe Dir Recht, es braucht mehr Frauen wie im Beispiel genannt, es braucht mehr unkonventionelle Wege, mehr Tatkraft und mehr Mut zur Veränderung, sofern man sie für sich selbst und für die Gesellschaft will.

      Beste Grüße – Irene


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