Verfasst von: irenejonda | 11. Juni 2010

dringender Bedarf an wissenschaftlichem Nachwuchs

Andrew Henderson for „The National“ 

 

Mit immer neuen Initiativen versuchen die Bildungsverantwortlichen in den Emiraten dem großen Bedarf an Wissenschaftlern und Ingenieuren im Land zu begegnen. Es ist ein Teil der Strategie in Bezug auf die tertiäre Bildung, die gestern von ADEC veröffentlicht wurde. Entsprechend diesem Plan soll Bildung die höchste Priorität erlangen und dazu beitragen, dass ökonomische Diversifizierung und Nachhaltigkeit im Emirat Abu Dhabi gelingt. Das erklärte Ziel ist, dass emiratische Universitäten die „richtigen“ Absolventen für den zukünftigen Arbeitsmarkt ausbilden. Es gibt im Moment viel zu wenige emiratische Ingenieure. Dr. Rafic Makki, Direktor für Planung und Strategie-Angelegenheiten beim ADEC sagt, der Arbeitsmarkt erfordert, dass mindestens 28% aller Studien-Absolventen später in ingenieurverwandten Bereichen tätig sind, doch nur 9% aller Studierenden sind derzeit in solchen Studiengängen eingeschrieben. Das ist eine offensichtliche Diskrepanz, zwischen dem Anspruch des Arbeitsmarktes und dem Angebot genannter Studiengänge. Die Verantwortlichen beabsichtigen, dass im Jahr 2018 die Hälfte aller Studierenden entweder Naturwissenschaften oder Ingenieurswesen studieren. Doch dies scheint recht unrealistisch zu sein. Zunächst muss noch viel im sekundären Bildungsbereich passieren, bevor die genannten Fächer eine wirkliche Alternative für Studieninteressierte werden. Auch ist nicht von der Hand zu weisen, dass Geisteswissenschaften eine ebenso wichtige Rolle in der Gesellschaft spielen wie Technologie und Naturwissenschaften. Was wirklich gebraucht wird, sind kreative und innovative Köpfe in allen Feldern. StudentInnen sollten ermutigt werden, sich in Bereichen zu bilden, in welchen sie wirkliches Interesse und „Leidenschaft“ verspüren. Doch das Interesse muss schon früher geweckt werden, nämlich in den weiterführenden Schulen. Daher ist es nicht nur angebracht, dass die Universitäten ihr Curriculum überarbeiten; auch die Rezipienten müssen sich wandeln. Zum Beispiel sind die mathematischen Kenntnisse der Studienanfänger im Moment ungenügend, sodass Studienanwärter kaum das Niveau haben, um naturwissenschaftliche Fächer zu belegen. Wenn diese SchülerInnen die Universität erreichen, stellen sie fest wie anspruchsvoll es ist zu studieren… In der Regel sind die Universitäten also nicht begeistert vom Wissensstand, den die Studienanfänger mitbringen – ein durchschnittlicher Absolvent einer High school hat große Defizite im mathematischen und naturwissenschaftlichen Bereich. Zwar gibt es Unterschiede von einem Emirat zum anderen und von einer Schule zur anderen und natürlich gibt es auch StudentInnen, die sehr gut in Mathe, Physik, Biologie und Chemie sind, doch nach wie vor bleibt hier Handlungsbedarf, um die ambitionierten o.g. Ziele der Regierung zu erreichen.

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