Verfasst von: irenejonda | 22. Mai 2010

Technik-orientierte Schulen erhöhen die Aufnahmekapazitäten

Studenten an der IAT High School in Abu Dhabi. Photo: Lauren Lancaster for „The National“

Das IAT (Institute of Applied Technology), eines der führenden Technologie Institute in den Emiraten, plant die Studentenzahlen zu erhöhen, um emiratische Jugendliche besser auf Berufe im technischen Bereich vorzubereiten. Das Institut, das bereits sechs weiterführende Schulen in den Emiraten betreibt, will zusätzliche 1500 SchülerInnen im Herbst aufnehmen; ihre Zahl wird damit auf 4200 steigern. IAT wurde zunächst als Teil der Abu Dhabi Vision 2030 gegründet und will einen Betrag zur Entwicklung der wissensbasierten Industrien leisten, denn die Wirtschaft will  langfristig ihre Abhängigkeit von der Ölindustrie minimieren. „Um die Ziele zu erreichen,  die sich Abu Dhabi gesteckt hat, muss das Bildungssystem die talentiertesten Einheimischen dazu animieren, Ingenieurswesen und Technik zu studieren“, sagt Mr. al Shamsi, Direktor des IAT. Die industrielle Diversifizierung, die sich hier gerade vollzieht, schafft einen großen Bedarf an hoch qualifizierten (einheimischen) Arbeitskräften. Die Schulen des IAT (fünf für Jungen und eine für Mädchen emirateweit) bereiten die SchülerInnen auf Studiengänge im technischen Bereich vor; die Mehrheit der Schüler kommen aus staatlichen Schulen. Fast alle die im 10 Schuljahr zum IAT kommen, haben enorme Defizite in Mathematik und in den Naturwissenschaften. Es ist kein Geheimnis, dass das staatliche Bildungssystem sich stark wandeln muss, um internationale Standards zu erreichen, sagt Mr. al Shamsi. Zahlen die im Jahr 2005 veröffentlicht wurden besagen, dass 55% aller SchülerInnen staatlicher Schulen in Mathe zwei Jahre  zurückliegen, weitere 35% liegen etwa ein Jahr zurück, schreibt Kathryn Lewis in ihrem Artikel für die National. Das IAT vergrössert nun die Schülerzahlen und nimmt bereits Schüler ab dem 9. Schuljahr auf, um mehr Zeit zu haben sie auf die Universität vorzubereiten. Die Unterrichtszeit ist täglich 2 Stunden länger als an staatlichen Schulen und es gibt 180 Tage Unterricht, statt nur 155. Auch werden einige unorthodoxe Methoden angewandt, um die Schüler bei der Stange zu halten. Sie bekommen z.B. 800,- Dirham (~ 172,- €) im Monat, wenn sie die Anforderungen der Schule erfüllen. Schlechtes Benehmen wird geahndet und führt über kurz oder lang zum Schulausschluss; Rauchen ist auch ein Ausschlusskriterium. Die Art der Qualifizierung soll gänzlich anders sein im Vergleich zu früher. „Wir bereiten unsere SchülerInnen auf anspruchsvolle zukünftige Tätigkeiten und Karrieren im technologischen Bereich vor“, sagt Mr. Shamsi.


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Responses

  1. Hallo Irene,
    die UAE sind wirklich eine eigene Welt. Sehr interessant. Ich muss mich in deine Artikel noch mehr hineinlesen. 🙂

    Eine Frage: wie lange haben denn Schüler „Schule“, bevor sie richtig studieren? Wie lang bleiben sie beim IAT, wenn sie in der 9. oder 10. Schuljahr dort ankommen?

    lg Martin

  2. Hallo Martin,

    die SchülerInnen absolvieren 12 Schuljahre, bevor sie anfangen zu studieren. Sie werden wie in Deutschland mit 6 Jahren eingeschult. Das IAT nimmt ab dem kommenden Schuljahr wie gesagt schon BewerberInnen für das 9. Schuljahr auf, damit mehr Zeit bleibt, die jungen Menschen aufs Studium vorzubereiten. Sie sind dann also 4 Jahre beim IAT.

    Grüße – Irene

  3. Hallo Irene,

    ich denke, die „unorthodoxen Methoden“ wie das Zahlen von 172 €/Monat bei Erfüllung der schulischen Anforderungen könnten vielleicht auch in deutschen Landen den ein oder anderen Jugendlichen zu mehr schulischer Aktivität bewegen, denn ich kenne kein kid in diesem Alter, das nicht immer knapp bei Kasse wäre 😉
    Fraglich ist für mich allerdings, nach welchen Kriterien das Geld vergeben wird. Ungerecht oder unangebracht fände ich, wenn die Lehrenden quasi subjektiv darüber entscheiden, wer die Summe bekommt. Ein echter Lernanreiz könnte meiner Meinung nach nur gegeben werden, wenn tatsächlich (objektivierbare) Standards erfüllt werden müssen, die jeder erreichen kann (der sich dafür entscheidet, besonders fleißig zu sein). Meine Frage also an dich: wie funktioniert das genau mit der „Geld-Vergabe“?

  4. Hallo Daniela,

    danke für Deinen Kommentar. Ich stimme Dir zu, dass Geld eine Motivation sein kann. Der BA Ansatz läuft z.B. bestens in Deutschland.

    ALLE Schüler bekommen beim IAT in den Emiraten diese € 172,-/Monat. Das ist der besondere Anreiz. Wenn sie sich daneben benehmen oder die erwünschten Leistungen nicht erbringen (da gibt es Richtlinien), müssen sie über kurz oder lang die Schule verlassen. Kein Geld und auf der Schule bleiben gibt es also nicht. IAT fährt ein duales Konzept, d.h. sie arbeiten mit Firmen zusammen und es gibt etliche Unternehmen, die einzelne Schüler sponsern. Diejenigen, die nicht von Firmen gesponsert werden, bekommen das Geld direkt vom IAT und dieses gehört dem Sheikh Mohammed Bin Zayed Al Nahyan persönlich.

    Beste Grüße – Irene

    P.S.: Schau mal in den Blog einiger Studenten aus Al Ain (ist da, wo ich wohne) wie sie sich potentiellen, zukünftigen Arbeitgebern präsentieren: http://iatcareer.blogspot.com/
    Das ist hoch interessant.


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