Verfasst von: irenejonda | 7. Mai 2010

Kein Lohn für harte Arbeit

Spricht man über den Arbeitsmarkt der VAE, muss man auch all die Arbeiter berücksichtigen, die in Scharen aus Pakistan, Indien, Sri Lanka und Bangladesch kommen und die schlecht entlohnten Arbeitsplätze mit unsicheren Arbeitsverhältnissen im sekundären Sektor des dualen Arbeitsmarktes besetzen. Sie arbeiten vor allem auf den Großbaustellen Dubais und Abu Dhabis; zu Tausenden bauen sie an den Glas- und Glitzerpalästen der Emirate. Doch die weltweite Finanzkrise ging auch an den VAE, speziell an Dubai nicht spurlos vorbei, so mussten viele Baustellen eingestellt werden, Tausende Bauarbeiter wurden zurück in ihre Heimatländer geschickt. Viele sitzen jedoch immer noch in ihren camps, wie z.B. in Sharjah: ohne Geld, ohne Pässe, ohne Strom und fließendes Wasser. Zurückgelassen von einem Boss, der sich längst aus dem Staub gemacht hat. Es sind mehr als 1000 Arbeiter, die in drei Arbeitscamps auf ihre Gehälter warten, die ihnen für 4 Monate harte Arbeit nicht ausgezahlt wurden; seit 2 Monaten arbeiten sie nicht mehr. Zu diesem Zeitpunkt hat sich nämlich der Direktor ihrer Firma „Atlantic Emirates Group“ nach Indien abgesetzt. Die Firma hat – den Informationen auf ihrer website entsprechend – diverse Bauprojekte in Abu Dhabi, Dubai und Sharjah und engagiert sich zudem noch in weiteren Geschäftsfeldern.  Auch in Indien. Mitarbeiter des Arbeitsministeriums besuchten die camps der 1400 Mitarbeiter schon mehrere Male; im April sandte das Ministerium 115 Arbeiter aus Pakistan und Bangladesch zurück in ihre Heimatländer, 30 Arbeiter flogen erst kürzlich zurück nach Indien. Das indische Konsulat setzt sich dafür ein, dass die Arbeiter den größten Teil ihrer Löhne erhalten und in Sicherheit in ihre Heimatländer zurück kehren können. Die Pässe befinden sich auch im Besitz der Firma. Immer noch wird gehofft, dass das Unternehmen seine Verpflichtungen gegenüber den Arbeitern einlöst, erst wenn dies misslingt würde das Konsulat weitere Schritte unternehmen. Die camps, in welchen die Arbeiter leben, haben seit etwa einem Monat kein Wasser und keinen Strom, weil die Firma die Rechnungen nicht bezahlt hat, dabei ist die Hitze bei 32-34 Grad Celsius schon enorm. Selbst die Essensbeschaffung wird schwierig, denn die Arbeiter müssen in den umliegenden Geschäften „anschreiben“ lassen, sie haben ja kein Geld um bar zu zahlen. Doch die Geschäftsinhaber haben Verständnis für die Situation der Arbeiter und geben ihnen Reis und andere Grundnahrungsmittel….

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Responses

  1. Danke für die ausführliche Übersicht. Für mich war es sehr interessant, mehr über diese Arbeiter zu erfahren.


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