Verfasst von: irenejonda | 26. April 2010

Stabiler Arbeitsmarkt

Eine der wichtigsten Aufgaben des Arbeitsministeriums ist es, in den nächsten 2 Jahren die Reputation und den Status der Vereinigten Arabischen Emirate in der Welt zu erhöhen. Das zumindest sagt der amtierende Arbeitsminister der VAE, Saqr Gobash Saeed Gobash. Man will die Partnerschaften und den Dialog zwischen dem Ministerium und den strategischen Partnern stärken und die Partizipation emiratischer Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt steigern, um ihre Produktivität zu erhöhen. Hierfür müssen entsprechende (politische) Richtlinien erarbeitet werden; das Ziel des Arbeitsministeriums ist, einen stabilen Arbeitsmarkt zu gestalten, der die Menschenrechte respektiert. „Wir brauchen Kreativität, Respekt vor anderen und Professionalität in unserer Arbeit“, sagte Mr. Gobash in einem workshop an welchem Vertreter verschiedener Fachgebiete teilgenommen haben. Von den Anwesenden wurde unter anderem diskutiert, ob in diesem Zusammenhang eine besondere Unterstützung für Emiratis im privaten Sektor angedacht ist. Nach wie vor wird sowohl von Experten als auch in der Öffentlichkeit diskutiert, dass die Erwartungen der Emiratis an ihre Jobs im privaten Sektor zu hoch sind. Sie müssen ihre Ansprüche an Gehalt und Karrieremöglichkeiten deutlich korrigieren, ohne diesen Schritt ist eine Veränderung nicht möglich.

Etwa 60% der einheimischen Arbeitskräfte im privaten Sektor kündigten ihre Jobs aufgrund des niedrigen Gratifikationsfortschritts und der Abwesenheit von Mentoren – wie sie sagen. Emiratische Staatsangehörige stellen nur 4% aller Arbeitskräfte im privaten Sektor, verglichen mit 52% im öffentlichen Sektor. Selbst unter optimalen Bedingungen wird man aufgrund struktureller Bedingungen (Dualer Arbeitsmarkt, eine ungewöhnlich hohe Zahl ausländischer Arbeitskräfte, Anm. Jo.)  in naher Zukunft kaum in der Lage sein, genügend Jobmöglichkeiten für Emiratis im privaten Sektor zu schaffen, sagt Dr. Ingo Forstenlechner, Assistenz Professor an der UAE University in Al Ain. Forstenlechner, der eine Studie zum Thema Emratisierung leitete, sagt dass die „Sache mit dem privaten Sektor offensichtlich ist: er ist für Einheimische in der Rolle von Investoren zugeschnitten“, nicht aber für Emiratis in der Rolle der Arbeitnehmer. „Karriereplanung, sowie stabile Arbeitsverhältnisse sind nicht unbedingt dem privaten Sektor zuzuordnen, auch kann dieser nicht die Gehälter und Vergünstigungen des öffentlichen Sektors zahlen und leisten“. Forstenlechner sagt auch, dass es noch andere Aspekte zu berücksichtigen gilt, so gibt es z.B. ein sogenanntes „soziales Stigma“, das den Jobs im privaten Sektor anhaftet. Viele Emiratis haben kaum Angehörige, die im privaten Sektor arbeiten; sie kennen die Arbeitsplätze des öffentlichen Sektors; mit kurzen Arbeitszeiten und hoher Arbeitsplatzsicherheit. Auch scheuen viele Einheimische die langen Einarbeitungszeiten der privaten Unternehmen, die Trainingsaktivitäten beinhalten und daher entsprechend lang dauern können. Die Diskussion über den richtigen Weg, die richtigen politischen Weichenstellungen wird noch länger in Anspruch nehmen. Es bleibt die Hoffnung, dass am Ende praktizierbare Vorschläge den Weg bis zur Umsetzung schaffen.

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