Verfasst von: irenejonda | 10. April 2010

Studenten die durchfallen, „sollten für’s College bezahlen“

StudentInnen, die durch die Prüfungen fallen, blockieren das staatliche universitäre System für einen Zeitraum von bis zu 8 Jahren! Tanmia (= the National Human Resource Development and Employment Authority) schlägt daher vor, dass StudentInnen, die nicht fleißig genug studieren, selbst für ihr Studium aufkommen sollen. Das heißt, die „guten“ Studenten sollten weiterhin ohne Gebühren studieren dürfen, während diejenigen, die nichts tun, bzw. schlechte Ergebnisse haben, zahlen sollten. Momentan ist die Ausbildung an staatlichen Universitäten kostenlos und einen Zugang haben nur emiratische Staatsangehörige. Der Jammer ist, dass pro Jahr etwa 5000 Studenten keinen Studienplatz bekommen, weil die anderen diese Plätze (ohne Aussicht auf Erfolg) belegen. Ein solcher Mangel an Studienplatzmöglichkeiten ist aber für ein so reiches Land wie die VAE nicht zu rechtfertigen. Hier geht wertvolles  Potenzial verloren.  An den technischen Colleges sieht die Situation ähnlich aus wie an den Universitäten: ein/e StudentIn braucht 7 Jahre, um einen Bachelor zu bekommen, das ist „Verschwendung öffentlicher Gelder“, sagt Frau Lootah, die amtierende Direktorin von Tanmia. Sie glaubt, dass wenn „die Studenten verpflichtet werden würden, für ihre wissenschaftliche Ausbildung zu zahlen, es diese Nachlässigkeit im Bildungsverhalten nicht gäbe“. Es braucht eine Generation, die „Verantwortung gegenüber ihrem Land übernimmt“ und in Bezug auf ihre Bildung. Die fehlenden Studienplätze bringen für Tanmia das Problem, dass für Absolventen der weiterführenden Schulen Jobs gefunden werden müssen, sie aber nicht die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten für die Arbeitswelt mitbringen. Es sind vor allem Frauen (doppelt so viele wie Männer) die mit einem „High school“ Zertifikat auf den Arbeitsmarkt drängen. Nicht nur auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch im tertiären Bildungssektor müssen sich Frauen großen Herausforderungen stellen: es sind z.B. Bräuche und Traditionen, die ihnen verbieten weit weg von Zuhause zu arbeiten. Das erschwert die Arbeitssuche enorm, vor allem in den nördlichen Emiraten, wo Jobmöglichkeiten sowieso rar sind. Im privaten Sektor werden Frauen als Bürde empfunden, da sie keine universitären Abschlüsse vorweisen können. 25% aller weiblichen Absolventen der Zayed Universität und 30% der weiblichen Absolventen des Higher College of Technology bleiben dem Arbeitsmarkt fern. Frauen stellen zwar mit 71.6 % den Löwenanteil aller Studierenden der staatlichen Universitäten und machen 50% aller Studierenden in privaten Institutionen aus, aber sie stellen nur 46% aller Master und Doktoranden.

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