Verfasst von: irenejonda | 21. März 2010

Emiratische Lehrer

Photo: Jaime Puebla  for „The National“

Zukünftige (emiratische) Lehrer glauben, dass Schüler in jedem Fall davon profitieren, von Männern unterrichtet zu werden. Ihre Freunde wundern sich, warum sie nicht Ingeneure oder Anwälte, sondern Lehrer werden wollen… Sie werden gefragt, wie sie mit Klassen von 30 frechen Kindern zurecht kommen wollen… Sie werden gefragt „warum Du?“……

Die simple Antwort ist: sie fühlen sich berufen, sie glauben, dass sie bestehende Verhältnisse verändern können. „Für Leute, die Lehrer werden wollen, geht es nicht um Geld“, sagt Abdulrahman Ali al Attas; das Bedürfnis zu lehren „kommt von Innen„. Männliche Lehrkräfte machen derzeit lediglich 11.3 % aller Lehrkräfte an staatlichen Schulen in den VAE aus. Es unterrichten nur 486 Lehrer im Vergleich zu 3823 Lehrerinnen an staatlichen Schulen im Emirat Abu Dhabi; bei den ausländischen Lehrkräften ist der Trend eher umgekehrt. Es gibt hier mehr Lehrer (3.764), als Lehrerinnen (2.685), das sind Zahlen die das Abu Dhabi Education Council (ADEC) veröffentlicht hat.

Lehramtsstudenten behaupten, dass „Kinder besser auf Männer hören, als auf Frauen“, denn das Vorbild zu Hause ist eher der Vater, als die Mutter und „der Vater übt eine größere Macht auf die Kinder aus, als die Mutter“. Es ist für „einen Mann einfacher zu disziplinieren“, als für eine Frau… Der Vorteil männlicher Lehrer in den Klassen ist „ein besseres Verständnis der Schüler und ein besseres Verständnis der Kultur“, sagt Ahmed al Busaeedi, 20, derzeit in Ausbildung am ECAE. Er fühlt sich von den Kindern respektiert und spürt das Vertrauen, welches ihm die Kinder entgegenbringen; sie sprechen auch über Probleme, die außerhalb der Schule auftreten.

Seit seiner Gründung im Jahr 2007 bildete das ECAE in Abu Dhabi etwa 600 Lehrkräfte aus,  meist Frauen. Abu Dhabi strebt mit ECAE an, eine Weltklasse-Institution zu etablieren und einen führenden Platz in der Region in Bezug auf Lehrer-Ausbildung, Bildungsforschung und Schulentwicklung einzunehmen. Ian Haslam, der Vize-Kanzler am ECAE, sagt, dass Schulsysteme auf der ganzen Welt einen höheren Anteil Männer in der Grundschule, bzw. in der Primarstufe anstreben – 15 % scheint eine gute Prozentzahl in wissensbasierten Ökonomien zu sein. Die Studierenden am ECAE verbringen 23 Stunden wöchentlich im Ausbildungsinstitut und die letzten 3 Monate eines Studienjahres arbeiten sie bereits an Schulen. Sie sehen in der mangelnden Disziplin der Schüler eine der größten Herausforderungen. Einen differenzierten Unterricht für Schüler mit unterschiedlichen Fähigkeiten und auf unterschiedlichem Wissensniveau in einer Klasse von 30 Kindern zu halten, ist eine weitere (Herausforderung). Man muss die Schüler immer beschäftigt halten, sonst „stehen sie auf Tischen oder bewerfen einander mit Gegenständen“…..

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Responses

  1. Einer Seite finde ich die Bewegung sehr gut. Es zeigt ihr Interesse für die Gesellschaft und Bildung der Zukunft des Landes.
    Anderer Seite habe ich bis zur 8. Klasse 12 Lehrerinnen und 2 Lehrer gehabt. Mir hat dies in keinster Weise geschadet, obwohl in Deutschland die Lehrerinnen für das schlechte Abschneiden der Jungs verantwortlich gemacht werden.
    Ich glaube eher die Einstellung der Lehrer(männlich, weiblich) in Deutschland dafür verantwortlich ist.
    Meine Lehrer waren alle sehr engagiert und die Lehrerinnen haben mich ehe gefördert als die Lehrer.
    Also die Ausgewogenheit bei der Auswahl der Lehrerinnen, Lehrer und deren Sicht zum Leben wurde allen etwas Gutes mitbringen. Nicht die Weiblichkeit oder Männlichkeit.

    Gruß
    Frohes neues Jahr wünsche ich euch allen.
    نورزتان پیروز و آکنده از شادی
    http://maziarworld.wordpress.com

  2. Hallo Maziarworld, ja das sehe ich auch so, nicht die Weiblichkeit oder Männlichkeit entscheidet über die Qualität des Unterrichts, aber mehr Ausgewogenheit zwischen den Geschlechtern ist wirklich erwünscht, sonst befindet man sich in künstlichen Welten. Die Gesellschaft besteht ja auch aus Frauen und Männern, Mädchen und Jungs. Die Schule sollte demnach das Vorhandensein beider Geschlechter als Lehrkräfte und vor allem auch die Koedukation fördern.

    Danke für die guten Wünsche. Heute beginnt ja das persische Neujahr, hier merkt man nur in persischen Kreisen was von.

    Beste Grüße – I. Jonda

    P.S.: Ihr blog, Ihre Gedichte gefallen mir gut!


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