Verfasst von: irenejonda | 26. Februar 2010

Innovationen in der Schule

Obwohl Technologien hierzulande immer stärker das tägliche Leben von Schülern prägen, hinkt man an den Schulen diesbezüglich ziemlich hinterher und verweigert sich stur jeder Veränderung. Experten schlagen Alarm und empfehlen, die technologischen Möglichkeiten auch im Bildungsbereich stärker zu nutzen, um nicht den Anschluss zu verlieren. Man wird über kurz oder lang die informierten und Internet-versierten SchülerInnen nicht mit veralteten Lehrmethoden an den Schulen beeindrucken können…

„Technologie sollte ein zentraler Bestandteil des Klassenzimmers im 21. Jahrhundert sein“, sagt Dr. Christina Gitsaki, vom Sharjah Higher Colleges of Technology. Wir bilden eine Generation aus, die mit einer Fernbedienung in der Hand geboren wurde“. Die Kinder können einen Computer bedienen, bevor sie zwei Jahre alt werden; Technologie ist daher ein wesentlicher Teil ihres Lebens. Wenngleich die Universitäten konstant neue Technologien einführen, sind die Klassenräume der Schulen noch lange nicht auf dem Stand der Technik, den die Schüler in ihrem täglichen Leben erfahren und gewohnt sind. Wenn Technologien nun stärker genutzt werden, so sollte das nicht nur  um der Technik willen geschehen,  es muss ausgiebig trainiert werden, wie verschiedene Anwendungen effektiv zu Lehr- und Lernzwecken eingesetzt werden können. Viele Lehrer haben Bedenken, sich vor den Schülern zu blamieren, wenn sie bestimmte Funktionen nicht erklären können. Aber die Rolle des Lehrers in der Klasse ist dabei, sich zu ändern. In einer technologisch durchdrungenen Welt des 21. Jahrhunderts, können Studierende jede Information aus dem Internet beziehen. Die Lehrer haben hierbei die Position der Helfer, die wirklich relevanten Informationen zu finden, um sich z.B. erfolgreich auf dem globalen Arbeitsmarkt zu platzieren. „Wir leben in einer sich rasch ändernden Zeit und es wird in Zukunft genügend Bereiche geben, auf die wir die Studenten nicht vorbereiten können, da viele Berufe noch gar nicht existieren. Das heißt, das Einzige was wir ihnen geben können, ist die Fähigkeit lebenslang zu lernen und sich selbst immer wieder neu zu erfinden“ – sagt Gitsaki. Statt dessen unterrichten wir sie in den gleichen alten Klassenräumen und nutzen die gleichen alten Methoden, erwarten aber andere Resultate oder dass sie anders lernen als früher…. Wesentliche Inhalte des Klassenzimmers im 21. Jahrhundert sollten Kooperation und Kollaboration sein, die Schüler müssen sowohl in der Lage allein, als auch in Teams zu lernen. Technologien bewirken ein höheres Engagement und helfen den Studenten den Prozess des Lernens besser wahrzunehmen, sie erweitern die Kommunikationsmöglichkeiten, auch mit Studierenden aus anderen Teilen der Welt. All diese Möglichkeiten sind großartig, können jedoch nur dann augeschöpft werden, wenn  sich die Schulen Innovationen gegenüber stärker öffnen und Lehrer einen guten Hintergrund in Informations- und Kommunikationstechnologie haben oder erwerben.

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Responses

  1. Hallo Irene

    Das mit dem Hinterherhinken im pädagogischen Bereich ist bei uns, so denke ich, auch so. Technisch sind wir an den Schulen mehr und mehr auf dem neuesten Stand ausgerüstet, diese Einschätzung bezieht sich auf meine unmittelbare Umgebung. Keine Gemeinde möchte Kindern und Jugendlichen den Zugang zu ICT verwehren, überhaupt stelle ich ein grosses öffentliches Wohlwollen in Bezug auf «Bildung» und den damit verbundenen Ansprüchen an Ressourcen fest. Weniger einheitlich stellt sich das Bild auf der ganz unterrichtspraktischen Ebene dar: Es gab schon immer «Cracks» in Bezug auf Medien allgemein, was den Einbezug des Computers im Unterricht einschliesst, die Konzepte entwickelten und mit ihren SchülerInnen Projekte durchführten. Diese Pioniere gibt es an jeder Schule, sie sind den Dingen immer eine Nasenlänge voraus, und sie bahnen den Weg für jene, die nachfolgen. Ich glaube aber, dass wir trotz hohem technischen Standard noch nicht von einem flächendeckenden didaktisch durchdachten Einsatz von ICT an den Schulen sprechen können, auch hierzulande nicht. Ich habe sogar den Eindruck, dass sich zwischen der privaten Nutzung und jener im Unterricht mehr und mehr ein Graben öffnet, ganz einfach deshalb, weil wir (PädagogInnen) gar nicht wissen (wollen), wie Kinder und Jugendliche auf ICT zugreifen, wie sie sich in virtuellen Räumen bewegen. Aber vielleicht ist darin nichts Aussergewöhnliches zu sehen, weil Schule bekanntlich träge ist und den Entwicklungen immer etwas hinterherhinkt…

    Liebe Grüsse

    Katharina

  2. Klar haben die Lehrer heute neue Aufgaben. Allerdings gibt es heute auch viele Schüler, die von den Eltern zu wenig Unterstützung erhalten, oder erhalten können. Diesen Schülern muss erheblich umfangreicher und intensiver als früher geholfen werden. Wahrscheinlich reichen dafür nicht allein die Lehrer und Sozialpädagogen aus. Qualifzierte ehrenamtliche Menschen mit großer Berufserfahrung könnten hier dazu beitragen, dass die Schüler mehr von Realität erfahren und gleichzeitig die Schule sich öffnet für gesellschaftliche Entwicklungen. Schule ist trotz vieler Arbeitsgruppen und Diskussionen doch noch ein Mikrokosmos für sich. Öffnet die Schulen und lasst Menschen in die Schulen, die sich mit den Schülern und den Lehrern gemeinsam auf dem Lern-und Lebensweg begeben !

    Gruß

    Gerhard

  3. Hallo Gerhard

    Zum Stichwort «Die Schule als Mikrokosmos» fällt mir ein Vortrag von Jürgen Oelkers ein: «Die ‚Vision‘ der selbstständigen Schule». Insbesondere das Kapitel 2 «Die faktische Eigenständigkeit der Schule» macht deutlich, dass eine Schule als Mikrokosmos durchaus ihre Berechtigung hat, ja nachgerade ihren Auftrag sichert und sie deshalb erfolreich macht (http://www.ife.uzh.ch/index.php?treenode_id=600).
    Der Text gefällt mir sehr gut.

    Grüss dich

    Katharina


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