Verfasst von: irenejonda | 9. Februar 2010

Tawteen and vocational awareness

in Besuch bei Tawteen in Abu Dhabi brachte einen Überblick über weitere Aktivitäten im Bereich der beruflichen Bildung und Emiratisierung in den VAE. Tawteen bedeutet im Arabischen „Nationalisierung“, und steht im Zusammenhang mit den Bemühungen, Einheimische in Bezug auf Bildung und Arbeitsmarkt aktiv zu unterstützen, um diese unterrepräsentierte Bevölkerungsgruppe an der sozioökonomischen Entwicklung des Landes teilhaben zu lassen. Tawteen (=Nationalisierung) meint also auf die VAE bezogen: „Emiratization“, im Oman hieße Tawteen „Omanization“, in Qatar „Quatarization“, in Saudi Arabien eben „Saudization“ usw. Tawteen in den Emiraten ist eine langfristig angelegte Initiative der Emirates Foundation, die wiederum 2005 vom Sheikh Mohammed Bin Zayed Al Nahyan gegründet wurde und public-private Partnerschaften unterstützt um „social betterment“ zu erreichen. Das wichtigste Ziel der Emirates Foundation ist, die emiratische Gesellschaft durch transparente Programme zu unterstützen, die tatsächlich Menschen erreichen sollen, die Hilfe benötigen. Die Stiftung fördert auch Persönlichkeiten, die innerhalb der Gesellschaft besondere Verantwortung zu übernehmen bereit sind und ihr Potenzial zum Wohle des Landes einsetzen wollen. Die Bereiche, in welchen die Stiftung ihre Gelder einsetzt sind u.a: Bildung, Wissenschaft & Technik, Kultur, Soziale Entwicklung und Umweltschutz. Sie ist angetreten, um die Lebensqualität aller Menschen in den VAE zu verbessern.

Und jetzt zurück zum Tawteen Programm: die Mission ist, die Begabungen der Einheimischen zu fördern, einen Zugang zum Lernen zu ermöglichen, Entwicklung von Fähigkeiten zu unterstützen, und Beschäftigungsmöglichkeiten für Einheimische zu identifizieren. Projekte gibt es noch und nöcher. Angestrebt ist immer die Unterstützung des privaten Sektors zu erreichen und durch sogenannte „best practice“ Modelle interessierten Einheimischen zu zeigen, welche Karrieremöglichkeiten offen stehen. Wichtig ist auch die Ausstattung Einheimischer mit den notwendigen Fähigkeiten und Fertigkeiten für zukünftige Beschäftigung sowohl auf dem hiemischen Arbeitsmarkt als auch in der globalen Ökonomie. Tawteen will das „Berufliche Bewußtsein“ wecken und zeigt Karierrewege in verschiedenen Berufsfeldern auf. In einem Vocational Awareness Guide Book sind sämtliche Ausbildungsmöglichkeiten zusammengestellt (Berufe und Ausbildungsstätten) vor allem für die jungen Menschen, die keine universitäre Ausbildung anstreben. Der private Sektor soll angehalten werden, motivierende DVD für Schüler von weiterführenden Schulen zu erstellen, die über berufliche Inhalte informieren sollen. Aufwändige Kampagnen sollen in Einkaufszentren stattfinden, um ganze Familien über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren und gedrucktes Infomaterial zu verteilen. Diese Maßnahmen zeigen wieder einmal die enormen Anstrengungen, die unternommen werden, um die einheimische Bevölkerung so zu qualifizieren, dass ihre Fähigkeiten dem Bedarf des Arbeitsmarktes entsprechen. Nur dann haben sie eine Chance, sich entsprechend zu platzieren.

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Responses

  1. Ich finde das interessant..

    Schauen Sie doch mal auf

    http://www.denk-doch-mal.de

    ein Online-Magazin u.a. zur beruflichen Bildung..

    Sollten Sie Interesse an einem intensiveren Ausatusch

    melden Sie sich doch bitte.

    endresbildung@aol.com

    Herzliche Grüße

    Gerhard Endres

  2. Hallo Herr Endres,

    danke für Ihren Kommentar, ja – ich habe Interesse an einem intensiveren Austausch, ich melde mich. Ich der Zwischenzeit habe ich Ihren Blog besucht; zwischen den vielfältigen Bemühungen im Bildungsbereich der VAE und dem BB Deutschland’s kann man in der Tat erschreckende Parallelen entdecken. Junge Menschen verlassen ohne ausreichende Qualifikationen, bzw. sogar ohne Abschluss die Schule und entsprechen damit nicht dem Bedarf des Arbeitsmarktes. Nur, dass Deutschland von der Entwicklung und der Historie her ganz woanders anzusiedeln ist, als die gerademal 38 Jahre alten VAE.

    Beste Grüße – Irene Jonda


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