Verfasst von: irenejonda | 4. Februar 2010

Nachtrag zur Konferenz

Hier möchte ich noch Bezug auf den Inhalt der Eröffnungsrede des Dr. Jamal Sanad Al-Suwaidi, Direktor des ECSSR nehmen, der die wesentlichen Aspekte des Bildungs- und Arbeitsmarktes in den Golfstaaten fokussiert. Schon seit der Gründung von ECSSR im Jahre 1994 versuchte man Themen zu diskutieren, die für die Golf Gesellschaften allgemein und insbesondere für die VAE wichtig und interessant waren. Dieses Jahr wurde nun das Thema „Bildung und Arbeitsmarkt“ angegangen, um die Öffentlichkeit mit dem Problem der Arbeitslosigkeit unter den Angehörigen der Golf Staaten zu konfrontieren und um eine Strategie für den langfristigen Ersatz der Migranten durch einheimische Arbeitskräfte zu entwickeln. Das Unvermögen, ein Gleichgewicht zwischen Bildungsinhalten und den Ansprüchen des Arbeitsmarktes zu erreichen, stellt ein wesentliches Hindernis dar, die gesetzten Ziele zu erreichen. Es ist dringend ein Überdenken der Startegien und Verfahrensweisen in Bezug auf Bildung und die Steuerung des Arbeitsmarktes notwendig. Der Druck ist groß, entsprechende ökonomische Strukturen in den Golf Staaten zu schaffen, um diverse sozio-politische Probleme zu lösen, bzw. zu verhindern. Es ist offensichtlich, dass sich die Arbeitslosigkeit unter den Absolventen der Universitäten und der Colleges in den VAE, auf Fehler im tertiären Sektor zurückführen lässt. Handlungsbedarf ist daher unbedingt angezeigt. Der wichtigste Aspekt scheint zu sein, dass der Bildungsbereich nicht mit den wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen des Landes Schritt zu halten vermag. Sicher spielen auch die Bildungsausgaben eine Rolle, die -wenn sie erhöht werden würden- langfristig einen Beitrag zur ökonomischen Entwicklung des Landes leisten könnten. Nicht zuletzt führt ein Mangel beruflicher Bildungsprogramme dazu, dass die Abgänger des tertiären Sektors keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. In der Folge gibt es viele ausgebildete Jugendliche, die in die Arbeitslosigkeit abgleiten, was die Gesamtgesellschaft beeinflusst. Der Mangel an Arbeitskräften auf der einen Seite und der Bedarf des Arbeitsmarktes auf der anderen Seite führt dazu, dass eine nicht unerhebliche Zahl von Migranten rekrutiert wird, was natürlich ein demographisches Ungleichgewicht verursacht.

Um  die vorhandenen Probleme zu lösen, wird eine Drei-Stufen-Strategie vorgeschlagen, die erste Stufe ist, das Bildungssystem zu reformieren. Die zweite ist eine entsprechende Aufmerksamkeit gegenüber technischer und beruflicher Bildung und die dritte Stufe, ist die Einbeziehung des privaten Sektors in der Organisation von Weiterbildungskursen um dem Bedarf des Arbeitsmarktes zu entsprechen.

Es bleibt abzuwarten, inwiefern die Konferenz politische Entscheidungen wird beeinflussen können bzw. Reformbestrebungen langfristig unterstützt werden können.

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