Verfasst von: irenejonda | 13. Dezember 2009

Die Herausforderungen von Morgen

Die Anstrengungen, emiratische Staatsangehörige stärker in wichtige Bereiche wie Ingenieurswesen, Gesundheit und Bildung zu bringen, scheitern an einer Mischung aus: wenig anspruchsvollen aber gut bezahlten Jobs im öffentlichen Sektor, falschen Entscheidungen im Bildungssystem und der festen Überzeugung mancher Chefs des privaten Sektors, dass Emiratisierung eine Form der bürokratischen Regulierung ist, die ihnen unproduktive Mitarbeiter, hier als „ghost worker“ bezeichnet, aufbürdet. Die Emiratisierung hat das Ziel, möglichst viele emiratische Staatsangehörige vor allem im privaten Sektor in Arbeit zu bringen, um dort die Abhängigkeit von ausländischen Arbeitskräften langfristig zu reduzieren.

Beschäftigungsexperten sagen, dass das Bildungssystem der Emirate es jedoch versäumt, seine Absolventen auf die Anforderungen des privaten Sektors vorzubereiten. So stehen sie also einem rezessiven Arbeitsmarkt gegenüber, unfähig ihren Lebenslauf zu formulieren, bzw. sich selbst entsprechend gut zu präsentieren. Sie verfügen kaum über Grundlagen in Naturwissenschaften oder Ingenieurswesen. Experten sprechen mittlerweile von einem Teufelskreis: private Firmen lehnen es ab, höhere Gehälter für schlecht qualifizierte und schlecht ausgeblidete Emiratis zu zahlen, vor allem dann, wenn sie einem besonderen (Kündigungs-)Schutz unterliegen. In Folge, stellen diese Firmen immer weniger Einheimische ein, investieren nicht in Training  und halten damit einen Mangel an Erfahrung unter ihren Mitarbeitern aufrecht. Um dies zu kompensieren, heuern sie immer mehr ausländische Arbeitskräfte an, was wiederum das demographische Ungleichgewicht in den VAE  weiterhin fördert. Momentan leben (dem UAE Human Ressources Report entsprechend) etwa 85% Ausländer in den VAE, nur 15% der Bevölkerung sind emiratisch. (Die Erhebung von 2005 nannte das Verhältnis 80%-20%). Neue Zahlen werden im April 2010 erhoben.

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