Verfasst von: irenejonda | 25. Juni 2011

Abschied

Da wir zum Ende des Monats die VAE verlassen, schließe ich hiermit meinen Blog.

Halte ich einen kurzen Rückblick, so muss ich feststellen, dass der Bildungsbereich und der Arbeitsmarkt der VAE nach wie vor mit den gleichen Herausforderungen -wie schon Jahre zuvor- konfrontiert werden. Immer noch gibt es zu wenig emiratische LehrerInnen, zu wenig emiratische ProfessorInnen, nach wie vor entsprechen die Qualifikationen der Absolventen des sekundären und tertiären Bildungssektors nicht den Anforderungen des Arbeitsmarktes. Die expandierende Wirtschaft übt jedoch einen immensen Druck auf die emiratischen Staatsangehörigen aus; sie befinden sich in unmittelbarer Konkurrenz zu Arbeitswilligen aus der ganzen Welt, die gut qualifiziert auf den emiratischen Arbeitsmarkt drängen.

Laut dem „Abu Dhabi Economic Vision 2030“ Report (2008, S. 76) besetzen z.B. im Emirat Abu Dhabi ausländische Arbeitskräfte 89% aller Arbeitsplätze. Das ist weltweit der höchste Anteil am Arbeitsmarkt und wenngleich die VAE die Anwesenheit der Migranten begrüßen und ihre Bemühungen, die Wirtschaft des Landes aufzubauen schätzen, erkennt die Regierung die dringende Notwendigkeit, Einheimische durch höhere Qualifizierung wettbewerbsfähig für den emiratischen Arbeitsmarkt zu machen, damit sie entsprechende Positionen vor allem im privaten Sektor besetzen können. Der Druck steigt und wird akut mit dem zurzeit noch schnellen Wachstum einheimischer Bevölkerung, welches unter anderem als Folge wirtschaftlichen Wohlstands zu sehen ist (vgl. ebda.). Um dem Bedarf des Arbeitsmarktes zu genügen, ist zu erwarten, dass die Bemühungen im Bildungsbereich eher noch gesteigert, als dass sie „zurück gefahren“ werden…

„Emiratisierung“ ist schon seit geraumer Zeit DAS Schlagwort in den Vereinigten Arabischen Emiraten überhaupt! Die Regierung versucht seit einigen Jahren verstärkt die emiratischen Nationalangehörigen in den Arbeitsmarkt zu bringen, speziell in den privaten Sektor. Wenngleich es schon einige Erfolge zu verzeichnen gibt, bleiben gerade die „frisch“ Graduierten häufig arbeitslos. Erfolglose Interviews vermitteln den Arbeitssuchenden ein Gefühl, als ob sie in ihrem eigenen Land ungewollt wären. Diejenigen Emiratis, die Arbeit haben, sind darüber erzürnt, dass ausländische Arbeitskräfte nach wie vor bestimmte Schlüsselpositionen dominieren. Mehr noch: es wird ihnen unterstellt, dass sie sich weigern, Emiratis zu trainieren, entweder weil sie vom Stereotyp der „faulen“ Einheimischen ausgehen, oder weil sie fürchten, eines Tages durch gut ausgebildete Emiratis ersetzt zu werden und ihre Jobs zu verlieren.

Die webseite „Jobs Abu Dhabi“, die von der Regierung Abu Dhabi initiiert wurde, verzeichnet momentan 27.000 arbeitssuchende Emiratis. Um emiratische Arbeitskräfte konkurrenzfähig zu machen, wird im Land viel in Bildung und Forschung investiert; 22,5% des Budgets der VAE wurde letztes Jahr in diesem Bereich investiert. Bedenkt man die Summen, die ausgegeben werden, sollten die meisten Emiratis mehr als ausreichend ausgebildet sein, um in lokalen Firmen des privaten Sektors unterkommen zu können.

Hartnäckig werden jedoch immer wieder die gleichen Probleme diskutiert. Dass Emiratis z.B. nicht wirklich im privaten Sektor arbeiten wollen und dass die Firmen nicht wirklich dazu angehalten werden, die vereinbarte Anzahl emiratischer Staatsangehöriger einzustellen. Immer wieder werden die Vorurteile aufgefrischt: Emiratis wollen lieber in staatlichen Institutionen beschäftigt sein, wegen der kürzeren Arbeitszeit, wegen der höheren Gehälter, dem sozialen Status und den besseren Karrieremöglichkeiten.

Saudi Arabien, das sich mit dem gleichen Problem konfrontiert sieht, hat kürzlich die Regelung getroffen, dass wenn eine Firma im privaten Sektor des Arbeitsmarktes nicht die vereinbarte Prozentzahl saudiarabischer Staatsangehöriger einstellt, hat sie keine Chance, die Visa für ihre ausländischen MitarbeiterInnen zu erneuern. Diese Regelung gilt derzeit lediglich im Bankensektor der Vereinigten Arabischen Emirate; deren Einhaltung wird von der Zentralbank kontrolliert.

Ein Vorschlag zur Entspannung der Situation auf dem Arbeitsmarkt ist, dass emiratischen Staatsangehörigen in privaten Firmen die gleichen Vorteile angeboten werden, wie in staatlichen Organisationen: vergleichbare Arbeitszeiten und vergleichbare Gratifikationen. Eine groß angelegte Kampagne sollte emiratischen Staatsangehörigen auch vermittteln, wie wichtig es für die Wirtschaft der VAE ist, dass der private Sektor in Zukunft stärker durch Emiratis besetzt wird.

Verfasst von: irenejonda | 11. Juni 2011

auf dem Weg zu einer perfekten Karriere…

Mehr als 1000 SchülerInnen können bald herausfinden, ob ihre zukünftige Karriere in Mode-Design, in der Flugzeugindustrie, Informations- und Kommunikationstechnologie, im Bereich der Photographie oder im Bereich der Robotik liegen könnte. Dies sind Teile eines dreiwöchigen Sommerprogramms.

Das Institut of Applied Technology in Abu Dhabi kündigte gestern an, dass sich alle Emiratis, zwischen 14 und 18 Jahren online für Sommerkurse bewerben können. Insgesamt ist es beabsichtigt, die Jugendlichen mit verschiedenen Berufen vertraut zu machen. Die 3 Wochen sind vollgepackt mit Aktivitäten und Spaß. Die Programme werden in 15 Instituten in Fujairah, Ras al Khaimah, Abu Dhabi, Al Ain und auf der Insel Delma stattfinden, mehrere Institute sind daran beteiligt, wie z.B. die Al Ain International Aviation Academy, das Al Jaheli Institute of Science and Technology, oder das Fatima College. Zur Zeit stehen 1100 Plätze für das Sommerprogramm mit dem Namen Skills for Life“ zur Verfügung. Sollten sie nicht ausreichen, könnten noch weitere organisiert werden. Die Programme starten am 3. Juli und enden am 26. Juli 2011. Die SchülerInnen werden nach Beendigung des Programms einen Pass bekommen, in welchem die erreichten Fähigkeiten und Qualifikationen eingetragen sein werden. Alle Programme sind für Emiratis frei, männliche Expatriates können für 5.000 Dirham partizipieren (=€ 1000,-).

Verfasst von: irenejonda | 5. Juni 2011

Jugend in Middle East priorisiert Bildung!

Eine Studie der Forschungsinstitute AMRB and TRU hat herausgefunden, dass 97% der Jugendlichen sowohl in Saudi Arabien, als auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) eine Schule besuchen und fast alle planen ihre Bildung im tertiären Bereich fortzusetzen. Damit übertrumpfen sie ihre Altersgenossen weltweit.

Während weltweit „nur“ 90% aller Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren zur Schule gehen, sind es in den VAE und in Saudi Arabien satte 97%. Auch Ägypten liegt über dem Weltdurchschnitt, ganze 91% seiner Jugend partizipiert an schulischer oder akademischer Bildung.

Im Rahmen der Studie wurden etwa 2000 Jugendliche in Dubai, Abu Dhabi, Jeddaah, Riyadh, Dammam, Cairo und Alexandria face to face interviewt. Die Forschungsinstitute AMRB und TRU haben solch eine Untersuchung in 40 anderen Ländern durchgeführt, um zu vergleichen wie Teenager ihre Zeit verbringen: schulische Aktivitäten, Schlafen, TV und Video Konsum, Internetnutzung, Zeit mit Freunden verbringen. Die Forschungsinstitute haben die Studie vor allem auch deswegen durchgeführt, um die „Konsumenten von Morgen“ zu verstehen. Insgesamt zeigten die Ergebnisse, dass die derzeitige Jugend-Generation sehr optimistisch in die Zukunft schaut und sich selbst als Weltenbürger sieht. Gleichzeitig jedoch realisieren sie ihre Verantwortung gegenüber ihren Familien und der Gesellschaft als Ganzes.

Hm. Diese Ergebnisse wollen so gar nicht mit den derzeitigen Unruhen zusammenpassen, die die gesamte Arabische Region (darunter auch Ägypten!) erfasst haben und wo unzufriedene und von Perspektivlosigkeit getriebene Jugendliche auf die Straße gehen, um für Jobs, bessere Lebensbedingungen und politische Partizipation zu kämpfen…

Hier gibt es weitere Informationen zu AMRB und TRU

Verfasst von: irenejonda | 28. Mai 2011

Bilingualität schwieriger als gedacht…

SchülerInnen an den öffentlichen Schulen Dubais und in den nördlichen Emiraten erreichen weder in Englisch noch in Arabisch ein angemessenes Niveau und tun sich schwer, die Ansprüche des Curriculums zu erfüllen. Die Ergebnisse einer Leistungsüberprüfung, des sogenannten „UAE Assessment Programme“ (UAENAP), die kürzlich erst veröffentlicht wurden, offenbaren die Schwierigkeiten, mit welchen die Schüler zu kämpfen haben. Zudem wurde deutlich, dass Jungs viel schlechter abschneiden als Mädchen. An der Studie nahmen mehr als 40.000 SchülerInnen aus 285 staatlichen Schulen teil. Überprüft wurde das Wissen, das die Schüler im letzten Schuljahr gelernt haben.

Am schlechtesten fallen die Ergebnisse der Grundschule aus, ab dem 5. Schuljahr scheinen die Schüler jedoch Einiges aufzuholen. Erschreckend sind die ungenügenden Arabisch-Kenntnisse. Das ist ein ernst zu nehmendes Problem. Positiv zu vermerken ist, dass im Gegensatz zum linguistischen Bereich, die Ergebnisse in Mathe und in den Naturwissenschaften sehr zufriedenstellend waren!

Der Bildungsminister Humaid Mohammed Obaid al Qattami sagt, dass die Studie einige Indikatoren geliefert hat, die die Überprüfung des Systems zwingend erforderlich machen. „Die Strategie ist, das Curriculum weiter zu entwickeln und die Unterrichtsmethoden an den Schulen zu verbessern“ sagte Herr Qattami. In jedem Fall müssen mittelfristige und langfristige Ziele festgelegt werden. Eines der Ziele wird es zum Beispiel sein, die Schreibaktivitäten an den Schulen zu erhöhen. Dies soll bereits ab dem kommenden akademischen Jahr umgesetzt werden.

Ein vergleichbares Programm wurde bereits 2003 zur Überprüfung der Leistungen entwickelt,  anschließend jedoch wieder verworfen. Obwohl die Ergebnisse damals nicht veröffentlicht wurden, stellten Bildungsverantwortliche fest, dass die Leistungen weit unter dem erwarteten Level lagen.

Einige staatliche Schulen der sieben Emirate nahmen letztes Jahr zum ersten Mal an den PISA* Tests teil (*Programme for International Student Assessment). Die Ergebnisse wurden jedoch bislang nicht veröffentlicht. Die Teilnahme an einer international ausgerichteten Leistungsüberprüfung wie PISA,  erlaubt einen Abgleich der eigenen Curriculum-Standards und man kann feststellen, ob man sie im internationalen Vergleich anheben muss.

Verfasst von: irenejonda | 21. Mai 2011

PPP und Schule – wie geht es weiter?

10th grade students at the Al Taleaa Secondary School attend Islamic Studies class.
Photo: Rich-Joseph Facun for „The National“
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Das PPP (Public Private Partnership) im Zusammenhang mit Schulen ist ein sehr erfolgreiches Modell; es wurde vor etwa 5 Jahren vom Abu Dhabi Education Council (ADEC) ins Leben gerufen. Demnächst wird es jedoch beendet und durch das „New School Model“ (NSM) ersetzt. PPP (Public Private Partnership) diente sozusagen als Grundlage für das NSM. Die Partnerschaft zwischen privaten Bildungsfirmen und öffentlichen Bildungseinrichtungen basierte auf einem Vertrag; private Akteure sollten Schulen dabei unterstützen, einheitliche Ziele zu erreichen, was u.a. bessere  Leistungen der Schüler und eine Anpassung der Unterrichts-methoden an internationale Standards bewirken sollte.  PPP war ein Werkzeug, um Wissen zu transferieren und „best practice“ Beispiele für Schulleiter zur Verfügung zu stellen. Seit der Einführung von PPP ist es tatsächlich gelungen, die Schüler besser zu motivieren, ihre Fehlzeiten zu verringern, die Abbrecherquoten zu senken und die Unterrichtsmethoden zu verbessern.

Doch jetzt, nachdem es das NSM geben wird, weiß man nicht so recht, was mit den PPP Schulen passieren soll.

Das NSM legt nun Standards für alle staatlichen Schulen fest und will Schüler mit bilingualen Fähigkeiten auszustatten, sowie auf eine Universitätskarriere vorzubereiten. ADEC hat bereits begonnen, seine eigenen Englischlehrer -es sind ausschließlich Muttersprachler- zu beschäftigen, um den einheimischen Lehrkräften zu assistieren.

Gleichzeitig wissen die privaten Investoren nicht, ob ADEC weiterhin an PPP interessiert ist. Wenn das Programm gänzlich fallen gelassen wird, werden die bis dato in diesem Programm beschäftigten Experten nicht mehr benötigt. Daher ist jetzt eine schnelle Entscheidung nötig. Natürlich gäbe es die Möglichkeit, dass die bislang für PPP rekrutierten, ausländischen Lehrkräfte und Experten in das NSM Projekt wechseln – eine elegante Lösung, die jedoch schnell herbeigeführt werden müsste, um die Ausreise der Experten, die vormals für PPP gearbeitet haben noch verhindern zu können. Da Entscheidungen jedoch immer bis zur letzten Minute hinausgeschoben werden, hat ADEC noch nichts unternommen. Und wegen dieser Unsicherheit, haben natürlich viele Experten bereits beschlossen, das Land zu verlassen.

Daher wird wohl NSM ab dem neuen Schuljahr zunächst mit Experten-Knappheit starten müssen, da ein Rekrutierungsprozess natürlich immer einige Monate in Anspruch nimmt…

Dieser Beitrag bezieht sich auf einen Artikel von Afshan Ahmed für die Zeitung „The National“

Verfasst von: irenejonda | 15. Mai 2011

neues Gesetz erlaubt Teilzeitbeschäftigung

Lesley Cully works as a part-time sales assistant for Magrudy's on Beach Road in Dubai. Pawan Singh / The National
For Suhair Rehman, with her children and niece, the new rule has transformed her life because she can now work from home. Jeff Topping / The National

Photos: Pawan Singh für „The National“

Eine wachsende Zahl von Menschen -meist sind es wohl eher Frauen- nehmen die Vorteile einer Teilzeitbeschäftigung in den Emiraten wahr. Das neue Gesetz, das diese Form der Beschäftigung regelt, wurde im Januar 2011 erlassen. Für viele ist es eine Möglichkeit, ihre Karriere zu verfolgen, ohne die Familie und die damit verbundenen Verpflichtungen vernachlässigen zu müssen, wie Alice Haine in diesem Artikel berichtet. Da ist z.B. eine Britin, die durch das neue Gesetz die Möglichkeit erhielt, nach einer Karriere-Pause zurück in ihren Lieblingsjob zu kehren, und ihrer Leidenschaft für Bücher zu folgen. Sie arbeitet ab sofort in der Magrudy Buchhandlung und kann sich trotzdem noch ihren beiden Töchtern (3 und 6 Jahre alt) widmen.

Doch nicht nur Frauen profitieren von der neuen Regelung. Auch Vollzeitbeschäftigte können neben ihrem Job einer weiteren bezahlten Tätigkeit nachgehen; auch die 15-18 Jährigen sowie Studenten können gelegentliche Jobs annehmen. Die Absicht der neuen Gesetzgebung ist, mehr Menschen auf dem Arbeitsmarkt zuzulassen und die Firmen dazu zu ermuntern auf das bereits im Land vorhandene Potenzial zurückzugreifen, anstatt neue Arbeitskräfte aus dem Ausland zu rekrutieren, was mit einem enormen Aufwand verbunden ist. Das neue Gesetz bietet die Sicherheit, dass wenn man einer Halbtagstätigkeit nachgeht, man sich nicht -wie bisher- strafbar macht, wenn man dies ohne die Erlaubnis des Sponsors tut. Bislang war es notwendig den sogenannten „letter of no objection“ vorzulegen, wenn man einen Teilzeitjob haben wollte. Auch eine weitere Beschäftigung neben einem Vollzeitjob ist nicht mehr strafbar, wie bisher. Denn auch hier braucht der Arbeitnehmer nicht mehr die ausdrückliche Erlaubnis seines (Haupt-)Arbeitgebers vorzulegen, um einer weiteren Beschäftigung nachgehen zu können.

Für Suhair Rehman, 26 J. (hier auf dem unteren Photo zu sehen) hat die neue Regelung eine große Wende in ihrem Leben gebracht. Ab sofort kann sie für eine Digital-solutions Firma als „Social Media Strategin“ von Zuhause aus arbeiten. Dies ermöglicht ihr, sich nach wie vor um ihren 5-jährigen Sohn und ihre 3-jährige Tochter zu kümmern und gleichzeitig ihre berufliche Karriere zu starten.

Es ist nicht nur eine vorteilhafte Situation für die Teilzeitbeschäftigten, auch für die Arbeitgeber bringt die neue Regelung Vorteile. Sie sind natürlich froh, in der Hochsaison mehr Arbeitskräfte beschäftigen zu dürfen und auf eine Menge talentierter Kräfte zugreifen zu können, die bereits im Land sind.

Die Teilzeitbeschäftigung, die in Europa und sicher auch in vielen anderen Ländern erfolgreich und seit langer Zeit praktiziert wird, ist für die Vereinigten Arabischen Emirate eine echte Innovation auf dem strikt organisierten Arbeitsmarkt. Die momentane Entwicklung zeigt auch, wie sehr sich der Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt hat. Historisch gesehen, kamen Ausländer nur in die VAE, um zu arbeiten. Sie wurden von ihrem Arbeitgeber gesponsert und er war dafür verantwortlich sie sowohl zu rekrutieren, als auch am Ende des Arbeitsvertrages außer Landes zu bringen.  Jetzt haben sich die Bedingungen verändert. Menschen kommen ins Land um sich nieder zu lassen, sie können in Immobilien investieren und die neuen politischen Regelungen „heißen sie willkommen“. Das ist ein Signal für die Welt. Die VAE hat nun einen entwickelten Arbeitsmarkt, dies steht im Gegensatz zur früheren Reglementierung.

Verfasst von: irenejonda | 6. Mai 2011

E-Learning in den VAE

Alle 425 öffentlichen Schulen in den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen innerhalb der kommenden 6 Jahre mit E-Learning Plattformen ausgestattet werden. Bisher sind es lediglich 10 Schulen, die E-Learning Plattformen verwenden, etwa 20 werden mit diesem innovativen Instrument im kommenden Schuljahr zu arbeiten beginnen.

Humaid Mohammad Al Qutami, Minister of Education, admires an exhibit at a pavilion
Photo: Ahmed Ramzan für die Zeitung „Gulf News“
Hier ist der Bildungsminister zu sehen, in einer Ausstellung anlässlich der Bildungsmesse 2011 in Dubai
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Die Initiative, die „E-Learning Zugang“ heißt, wurde bereits letztes Jahr vom Bildungsministerium ins Leben gerufen und beabsichtigt das Lernen in einen kollaborativen, interaktiven, internet-basierten Prozess zu transformieren. LehrerInnen und SchülerInnen werden Nutzernamen und Passwörter erhalten, um einen Zugang zu E-Learning Plattform zu erhalten und Inhalte der Fächer Mathematik, Biologie, Physik, Chemie, Geographie sowie Arabisch und Gemeinschaftskunde werden über die Plattform abrufbar sein. Die Lehrmaterialien werden sowohl in Arabisch als auch in Englisch eingestellt. Doch nicht nur Arbeits-Aufgaben werden auf die Plattform gestellt, sondern auch deren Bewertung.

Die E-Learning Initiative ist Teil der 2010-2020 Strategie des Ministeriums, die beabsichtigt die Infrastrukturen an Schulen zu verbessern und sie mit den neuesten Technologien auszustatten. Das Lehrpersonal soll befähigt werden die modernen Technologien zu nutzen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen bei der Planung ihrer Zukunft die enormen Herausforderungen annehmen. Sie wollen offen sein, für alle „internationalen Aktivitäten“ und von anderen Ländern lernen, um zu einem wissenschaftlichen und kulturellen Knotenpunkt für die ganze Region zu werden und sich in puncto Bildung weiterzuentwickeln – so in etwa die Worte des Bildungsministers, anlässlich der Bildungsmesse in Dubai, die vom 3.-5. Mai 2011 statt fand.

Verfasst von: irenejonda | 30. April 2011

die Drähte bei der Hotline laufen heiß…

Es gibt in Dubai eine neue Hotline für Fragen im Zusammenhang mit Bildung. Hier laufen im Moment die Drähte heiß. Das vom Bildungsministerium Dubai eingerichtete call center erhält täglich etwa 500 Anrufe, die von sechs MitarbeiterInnen entgegengenommen werden. Sie betreffen Anfragen und Beschwerden von Schulkindern, LehrerInnen und Administratoren.

Oft werden dabei sensible Daten abgefragt, wie der Name des Anrufers, Telefonnummer und E-Mail Adresse. Die Verantwortlichen sagen, diese Daten werden gebraucht, um Fragen zu beantworten, die eine längere Recherche erfordern und nicht sofort beantwortet werden können.

Alle Anfragen, über offene Stellen, Fragen bezüglich Prüfungen, Feedback zu Bildungsinitiativen und Probleme mit schulischen Dienstleistungen und Einrichtungen, sowie Beschwerden gegen Lehrer werden innerhalb von 5-10 Tagen bearbeitet. Doch nicht alle von ihnen können ernst genommen werden, sagt Mr. Ezat vom call center in Dubai. Wir bekommen z.B. Beschwerden von Schülern, die sich über Lehrer beschweren, die ihnen verbieten während des Exam zu spicken oder Lehrer beschweren sich darüber, dass die Stimme eines Kollegen zu laut sei. Die MitarbeiterInnen des call center werden speziell geschult, um die Anfragen und Beschwerden angemessen beantworten zu können. Auch wenn das Anliegen noch so unbedeutend oder die Beschwerde noch so unangemessen ist, werden die Äußerungen der Anrufer aufgenommen und es wird überlegt, was getan werden kann. Probleme rechtlicher oder krimineller Natur werden jedoch sofort an die Rechtsabteilung weitergeleitet oder die Anrufer werden gebeten, sich direkt an die Polizei zu wenden.

Das call center kümmert sich auch um Anfragen, bezüglich Neuanschaffung oder Reparatur von Einrichtungsgegenständen. „Die Initiative versucht mit den Schulen zu kommunizieren und will Unzufriedenheit unter den Eltern und SchülerInnen reduzieren“, sagt der Direktor einer Schule in Ras al Khaimah, einem der nördlichen Emirate. „Die SchülerInnen und Eltern haben die Gewohnheit die Radiostation anzurufen wenn sie ein Problem mit der Schule oder mit dem Bildungsministerium haben, was wirklich nicht nötig ist“, sagt er. Er hofft daher, dass das call center helfen wird, die verschiedenen Angelegenheiten in einer einvernehmlichen Art und Weise zu lösen. Und natürlich weist das call center darauf hin, dass zuerst die Schule selbst involviert werden muss, bevor andere Autoritäten beansprucht werden.

Verfasst von: irenejonda | 24. April 2011

ein Schlüssel zum Überleben….

Boosting competency for young Emiratis is 'crucial to the nation', says Ministry of Labour policy chief.

Photo: Paulo Vecina for „The National“

Es ist für junge Emiratis entscheidend, dass sie ihre Kompetenzen erweitern, nur so haben sie auf dem Arbeitsmarkt eine Überlebenschance. Es ist für die Nachhaltigkeit der Wirtschaft des Landes von ungeheurer Bedeutung, dass  die jungen Emiratis ihre Qualifikationen immer weiter verbessern und ihre Kompetenzen stärken. Vertreter des Arbeitsministeriums in Dubai sind sich einig, dass die Vereinigten Arabischen Emirate heute andere Arbeitskräfte brauchen, als noch in den 1970er Jahren. Die Strategie der Regierung für das Jahr 2021 ist, den Schwerpunkt von einer ölbasierten Wirtschaft auf eine Wissensgesellschaft zu verlagern. Die Wettbewerbsfähigkeit der emiratischen Staatsangehörigen auf dem Arbeitsmarkt muss gezielt gefördert werden. Vor allem die Jugendlichen müssen besser für den harten Wettbewerb mit nichteinheimischen Arbeitskräften, die in Scharen auf den Arbeitsmarkt drängen, gewappnet sein. Sie sollten „psychologisch auf die Herausforderung vorbereitet sein“, sagt Dr. Alsharif, ein Vertreter des Arbeitsministeriums in Dubai. „Wir müssen unsere Jugend auf die Ansprüche des Arbeitsmarktes vorbereiten, sodass sie einen Job finden können“. Es muss sozusagen ein vollständiger Gesinnungswandel stattfinden. Die Einheimischen wollen bislang zwar im privaten Sektor des Arbeitsmarktes beschäftigt sein, möchten jedoch die Vorteile des öffentlichen Sektors genießen. Die Komponenten, die im Hinblick auf die Wissensgesellschaft kritisch zu betrachten sind, sind folgende: die Jugendlichen müssen entsprechende Qualifikationen mitbringen, Arbeitserfahrungen nachweisen, über soft skills (z.B. persönliche Motivation) verfügen und realistische Erwartungen betreffs der Vorteile eines Arbeitsplatzes im privaten Sektor haben. Natürlich sind jetzt beide Seiten gefragt: es muss sowohl der private Sektor des Arbeitsmarktes mehr gezielte Trainings anbieten, aber auch die jungen Menschen müssen sich dessen bewusst sein, dass sie 2 bis 3 Jahre brauchen, um anspruchsvollere Positionen ausfüllen zu können. Das heißt, dass sie zunächst niedrigere Positionen annehmen müssen, die ihnen Erfahrungen und Wissen einbringen, bevor sie später Führungspositionen übernehmen. Entsprechend einer Statistik des Wirtschaftsministeriums aus dem Jahr 2009, lag die Arbeitslosenrate unter emiratischen Staatenangehörigen bei 7%. Etwa 87% aller Emiratis arbeiteten damals im öffentlichen Sektor, während nur 7% im privaten Sektor beschäftigt waren. Die emiratische Gesellschaft unterliegt derzeit einem enormen Transformationsprozess. Da die alten Verbindungen und Gesetzlichkeiten nicht mehr existieren und die Lücke zwischen der älteren und jüngeren Generation immer größer wird, fühlt sich die Jugend zunehmend isoliert, denn die Gesellschaft, Tradition und kulturelle Überzeugungen, die noch ihre Eltern und Großeltern gestärkt und aufrecht gehalten haben, schwinden allmählich. „Die Jugend wird immer stärker von globalen Faktoren beeinflusst“, sagt Dr. Georgia Daleure, vom Higher College of Technology in Sharjah, die gesamte Gesellschaft beginnt sich zu wandeln…

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